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Kessler: Schulreform sichert Schulstandorte

Saarbrücken. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) hat die von der Landeselterninitiative für Bildung ausgelöste Diskussion um eine mögliche Schließung von Schulstandorten im Saarland als „unseriös“ bezeichnet. In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Saarbrücken erläuterte der Minister gestern, dass durch die Einführung der neuen Gemeinschaftsschule im kommenden Jahr „im Gegenteil mehr Schulstandorte erhalten werden können als nach der bisherigen Gesetzeslage“. Kessler: „Bliebe man bei der jetzigen Vorschrift, wären mit Blick auf die Anmeldezahlen für das laufende Schuljahr bereits jetzt rund 30 Erweiterte Realschulen in ihrem Bestand bedroht.“

Dreizügigkeit für weiterführende Schulen

Denn der Entwurf des neuen Schulordnungsgesetzes sieht nicht mehr wie bisher als Mindestvoraussetzung für Grundschulen die Zweizügigkeit (zwei Klassen pro Stufe) sowie die Dreizügigkeit für weiterführende Schulen vor, sondern insgesamt mindestens 80 Schüler in den Grundschul-Klassenstufen 1 bis 4 sowie in der Gemeinschaftsschule insgesamt 250 Schüler in den Klassenstufen 5 bis 9. „De facto lassen wir damit sogar die Einzügigkeit in Grundschulen zu“, so Kessler. Zudem lasse sich aufgrund der bisherigen Prognosen zur Schülerzahl-Entwicklung an Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen keine Aussage darüber treffen, wie viele Schüler sich künftig an einer Gemeinschaftsschule anmelden werden. Diese Zahlen hatte die Landeselterninitiative für Bildung zugrunde gelegt, um aufzuzeigen, welche Schulstandorte in ihrer Existenz gefährdet sind. „Wir müssen einkalkulieren, dass sich mit der neuen Schulform auch die Anmeldezahlen an dem jeweiligen Schulstandort positiv verändern“, sagte der Minister.

„Denn die Gemeinschaftsschule hat ja auch ein anderes Bildungsangebot als beispielsweise eine Erweiterte Realschule am bisherigen Schulstandort.“ In der Gemeinschaftsschule sollen Erweiterte Realschule und Gesamtschule zusammengefasst werden, zudem bietet die neue Schulform das Abitur an.

Neue Mindestanforderungen erst mit dem Schuljahr 2016/17

Dass dennoch und auf Grund der neuen Vorschriften einzelne Schulstandorte langfristig geschlossen werden könnten, wollte Kessler gestern nicht ausschließen. Der Gesetzentwurf sieht allerdings vor, dass die neuen Mindestanforderungen für den Betrieb einer Gemeinschaftsschule erst mit dem Schuljahr 2016/17 greifen. „Damit wollen wir den Schulträgern fünf Jahre Zeit geben, ein eigenes standortbezogenes Profil zu entwickeln und dafür zu werben“, erklärte der Minister. Außerdem heißt es in dem Entwurf, dass Schulen, die die Mindestvoraussetzungen nicht erfüllen, „ausnahmsweise fortgeführt werden, wenn der Maßnahme (…) wichtige pädagogische, organisatorische oder siedlungsstrukturelle Gründe entgegen stehen“.

Ausnahmen für zwei Schulen Für zwei weiterführende Schulen im Saarland gilt dies – wenn man so will – schon jetzt: Auf- Grund der geringen Anmeldezahlen in den vergangenen Jahren werden die Erweiterten Realschulen im Mandelbachtal sowie in Nonnweiler-Primstal als einzige nicht in Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Sie sollen in ihrer bisherigen Form solange fortbestehen, bis alle angemeldeten Schüler alle Klassen durchlaufen haben, und dann enden.

In einer ersten Stellungnahme begrüßte die Landeselterninitiative für Bildung gestern die „konkretisierten Pläne“ des Ministers. Die Initiative bezweifelt jedoch, dass sich die Anmeldezahlen an den Gemeinschaftsschulen gegenüber den heutigen an Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen wesentlich verändern werden. „Der neue Entwurf des Ministers rettet viele Schulen, aber nicht alle“, so das Fazit.

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