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Kinder in der Schule missbraucht: Alle sehen weg?

Auch am zweiten Prozesstag mussten gestern mutmaßliche Opfer des Mannes aussagen. Dabei bestätigte eine heute 24 Jahre alte Studentin, dass sie im Jahr 1992 von dem Lehrer im Unterricht unsittlich berührt worden war. Ihre Mutter (50) sagte zudem aus, dass sie den damaligen Schulleiter und den Schulrat - beide leben nicht mehr - über diese Übergriffe informiert habe. Auch andere Eltern hätten hinter vorgehaltener Hand von solchen Übergriffen berichtet. Aber unternommen habe niemand etwas. Warum nicht?

Antwort der Mutter: Der Lehrer habe immer sehr gute Noten gegeben, sei bei Schülern und Eltern beliebt gewesen. Also hätten fast alle geschwiegen und der Lehrer sei an der Schule geblieben. Begründung: Nun wisse ja jeder Bescheid und man habe ihn im Auge. In einem schriftlichen Vermerk des Schulleiters vom November 1992 steht die Stellungnahme des Beschuldigten: So, wie die Kinder sagen, sei es nicht gewesen. Sondern umgekehrt. Er habe sich der Kinder erwehren müssen. Und der Angeklagte machte offenbar weiter.

So listet die Anklage gegen ihn fünf weitere Kinder auf, an denen er sich zwischen 1990 und 2008 in 55 Fällen vergangen haben soll. Der Mann bestreitet oder verharmlost die Übergriffe. Er war im September 2008 binnen Stunden vom Dienst suspendiert worden, nachdem sich sein jüngstes mutmaßliches Opfer offenbart hatte. 
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