L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Kinder von Hunden angefallen

Bierfeld/St. Wendel. Üblich ist es nicht, dass sie mir nichts, dir nichts einfach auf Menschen losgehen. Darum stehen Schäferhunde auch gar nicht erst auf einer Behördenliste über Vierbeiner, die für ihr aggressives Verhalten bekannt sind. Dennoch ereigneten sich im Landkreis St..Wendel binnen zweier Tage zwei Vorfälle mit Schäferhunden. Einer forderte sogar einen Verletzten, wie die Polizei berichtet. Bierfeld: Ein 15-Jähriger spaziert am Nachmittag mit einer Freundin (15) auf einem Feldweg. Sie führen einen Bordercollie angeleint aus. Auf einmal stürmen zwei freilaufende Schäferhunde auf sie zu. Sie attackieren den kleineren Vierbeiner der beiden Jugendlichen. Der Junge will sein Tier schützen, nimmt es auf den Arm. Darauf greifen die beiden aggressiven Hunde, die aus einem angrenzenden Waldgebiet kamen, den 15-Jährigen Nonnweiler an. Sie beißen ihn in die linke Hand und in die Nase. An Verwandter (50) des ihn begleitenden Mädchens ist in der Nähe, schreitet ein, lenkt die attackierenden Vierbeiner ab. Diese werden später eingefangen. Der verletzte Junge muss ins Krankenhaus nach Hermeskeil. Die Verletzungen sind nicht gravierend. Der Nonnweiler kehrt nach kurzer ambulanter Behandlung heim.

Die Polizei ermittelt wenig später den Halter: einen 73-Jährigen aus dem benachbarten Hermeskeil. Und: Seine Schäferhunde sollen schon öfter ausgebüxt sein, berichtet ein Polizist in Nonnweiler. Bei den vorherigen Fällen sei jedoch niemand verletzt worden. Wegen der aktuellen Attacke muss sich der Besitzer jedoch verantworten: Laut Ermittler hat er jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung am Hals. St. Wendel-Alsfassen: Ebenfalls am Nachmittag sind Birgit Holtz und ihre beiden Jungs, vier und sechs Jahre, am Alsfasser Kindergarten St. Anna auf ihren Rädern unterwegs. Die 36-jährige Mutter berichtet: „Ein Vierbeiner hatte sich losgerissen.“ Ein Schäferhund. „Er hatte richtig laut gebellt und war aggressiv.“ Er habe die Zähne gefletscht. Holtz wisse, wann ein Vierbeiner spielen und wann angreifen will. Schließlich habe sie selbst schon einen Hund gehabt. Sie und ihre Kinder bekommen es mit der Angst zu tun. Ein anderer Junge – um die zwölf Jahre, schätzt die Mutter – kommt zeitgleich vorbei. Auch er fühlt sich bedroht, sagt Holtz, stellt sein Fahrrad zum Schutz zwischen sich und den Schäferhund.
Der Besitzer ist nicht mehr Herr der Lage. Sein ursprünglich angeleintes Tier riss ihn um. Der Mann liegt am Boden, kann sich anfänglich nicht helfen. Eine Nachbarin alarmiert die Polizei, wie ein Beamter später bestätigt. Seine Kollegen erreichen den Halter später in seiner Wohnung. Verletzt muss auch er ärztlich behandelt werden, kommt in die Marienhausklinik. Die Mutter berichtet, dass sie noch Stunden nach dem beängstigenden Zwischenfall völlig aufgewühlt ist. Sie habe sogar einen Nervenzusammenbruch erlitten. Körperlich bleiben sie und ihre Kinder aber unversehrt.
Mittlerweile habe die Polizei das St. Wendeler Ordnungsamt darüber informiert. Die Mitarbeiter dort sollen prüfen, ob dem Schäferhund-Besitzer Auflagen gemacht werden müssen, wenn er seinen Vierbeiner behalten will und dieser nicht ein weiteres Mal zur Gefahr für andere werden soll.

Der Nonnweiler Polizist, der die Attacke auf zwei Jugendliche im Ortsteil Bierfeld schilderte, beruhigt: „Solche Vorfälle sind bei uns wirklich nicht an der Tagesordnung.“

Hintergrund
Leinenpflicht für Hunde: Hier gibt es zwei politische Ebenen, die dafür zuständig sind. Zum einen legt das Land fest, welche Tiere als gefährlich einzustufen sind und deren Halter deshalb besondere Sicherheitsstandards erfüllen müssen (beispielsweise Maulkorb). Ob und wo Vierbeiner generell angeleint werden müssen, diese Entscheidung unterliegt Städten und Gemeinden.
In Nonnweiler nahm sich die Gemeinde unter anderem St..Wendel und Saarbrücken zum Vorbild, wie die nach Zwischenfällen mit gefährlichen Hunden Regeln eingeführt haben. In Nonnweiler finden die sich in der Polizeiverordnung wieder. Und zwar im Paragraf 11. Da heißt es unter anderem unter Punkt fünf: „Auf öffentlichen Straßen und Plätzen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortslage und in öffentlichen Anlagen sind Hunde an der Leine zu führen.“ Auf Wiesen und Feldern gilt dies nicht. hgn
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