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Kinderlose sollen zur Kasse gebeten werden

Frau Schön, warum sollen Kinderlose eine Zusatzabgabe zahlen?
Nadine Schön: Wenn man die demografische Entwicklung und die sozialen Sicherungssysteme betrachtet, sieht man, dass wir spätestens dann massive Probleme bekommen werden, wenn die Baby-Boomer-Generation in Rente geht. Dann wird es richtig eng. Gerade in der Pflege- und der Krankenversicherung ist noch nicht genügend vorgesorgt worden, doch wir müssen Rücklagen bilden. Sonst wird die Generation, die das bezahlen muss, später extrem belastet.

Warum muss jetzt gehandelt werden?
Schön: Weil wir das derzeitige System nicht für zukunftsfähig halten. Es gibt nur noch ein kleines Zeitfenster, um vorzubeugen, das müssen wir nutzen. Denn irgendwann muss Schluss sein mit dem Leben auf Kosten der kommenden Generationen. Jetzt hat man noch die Möglichkeit gegenzusteuern, ohne dass für den Einzelnen extreme Belastungen entstehen.

Die Idee ist nun in der Welt. Wie geht’s weiter?
Schön: Wir werden das innerhalb der Fraktion diskutieren müssen, aber eben auch mit allen gesellschaftlichen Gruppen. Der Familienbund hat sich spontan schon mal positiv geäußert.

Aber es gibt auch Kritik. Was ist zum Beispiel mit Menschen, die keine Kinder bekommen können?
Schön: So konkret ist das Konzept noch nicht. Man sollte die Idee aber nicht von vornherein zerreden. Ich fände es gut, wenn das Thema jetzt breit diskutiert wird. Dann muss man sehen, wie man es parlamentarisch umsetzen kann.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass man besser Familien entlasten sollte statt Kinderlose zu bestrafen. Was sagen Sie dazu?
Schön: Dass man Familien entlasten muss, ist richtig, trifft aber nicht den Kern des Problems: Denn wenn ich Familien entlaste, habe ich noch keine Rücklagen gebildet für die Zukunft. Doch genau das wollen wir: die Sozialsysteme zukunftsgerecht gestalten.
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