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Kinderschänder- Prozess in Trier: Zeugen belasten Vater der Opfer

Trier. Im Kinderschänder-Prozess vor dem Landgericht Trier haben am Dienstag zwei Zeugen den Vater der missbrauchten Zwillinge belastet. Der Mann aus Retterath, der sich inzwischen in Untersuchungshaft befindet, habe von den sexuellen Handlungen des Angeklagten im Elternhaus der Kinder gewusst. Die Leiterin der ehemaligen Grundschule der Zwillinge sagte, sie könne sich „nicht vorstellen, dass er vom Missbrauch seiner Kinder nichts mitbekommen hat“. Ihrer Aussage zufolge seien die Brüder aufgrund ihrer Aggression und ihrer „sexualisierten Sprache“ auffällig geworden.

Die Schule hatte daraufhin das Jugendamt eingeschaltet. Eine Mitarbeiterin der sozialpädagogischen Familienhilfe arbeitete ab März 2007 in der Familie der Zwillinge und wusste von der Anzeige, die ein Nachbar 2006 gegen den 38-jährigen Angeklagten wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gestellt hatte.

Trotz des aus dem damaligen Gerichtsverfahren resultierenden Kontaktverbots traf der Angeklagte sich mit Wissen des Familienvaters weiter mit den Zwillingen. Wegen ihres Verdachtes auf Missbrauch habe die Mitarbeiterin die Familienhilfe, eine Gestalttherapeutin, unangekündigte Hausbesuche gemacht und den Angeklagten allein mit den Kindern vorgefunden. Auch sie habe Zweifel daran, dass die sexuellen Handlungen vom Vater unbemerkt bleiben konnten, sagte die Frau als Zeugin. Im Haus der Familie habe es „keinen Ort“ gegeben, „an dem man vollkommen ungesehen war“. Sprach sie ihn auf den möglichen Missbrauch seiner Kinder an, habe der Vater aggressiv reagiert.

Der Angeklagte räumte ein, die Zwillinge im April 2007 bei einer gemeinsamen Übernachtung im Wohnzimmer einer Freundin missbraucht zu haben. Dem Mann aus Mayen in der Eifel werden 18 schwere Sexualstraftaten vorgeworfen. Zwischen 2002 und 2009 soll er sich an fünf Jungen vergangen haben, die er als Turnlehrer in Vereinen und bei der freiwilligen Feuerwehr kennengelernt hatte. Er filmte den Missbrauch und stellte die Sex-Filme ins Internet. Zum Prozessauftakt hatte er die Taten gestanden.

Die heute elfjährigen Zwillinge leben inzwischen in einer evangelischen Erziehungshilfe. Ein Erzieher des Heimes gab vor Gericht an, einer der Brüder habe „panische Angst davor, sich vor anderen auszuziehen“ und die Zwillinge könnten „keine Gefahrensituationen einschätzen“. Beide befinden sich in psychologischer Behandlung, besuchen ihre Mutter regelmäßig und halten Briefkontakt zum Vater.

Der Prozess war zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt worden, da es zu Beginn des Verfahrens um intime Details ging. Nach Anhörung der Mutter am Montag wird auch der Vater der Zwillinge für den 17. Februar als Zeuge zu Gericht geladen. Das Urteil soll am 18. Februar gesprochen werden.

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