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Kirchen laden Bedürftige zum Heiligen Abend ins E-Werk ein

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Die alte Dame hatte etwas auf dem Herzen. „Herr Pfarrer“, fragte sie, „darf ich Sie um etwas bitten?“ „Natürlich“, antwortete Benedikt Welter, Pfarrer von St. Jakob und Dechant des Dekanats Saarbrücken. Sie sei nach vielen Jahren wieder zurück nach Saarbrücken gezogen und kenne hier niemanden mehr, erklärte die Frau, bevor sie Welter bat: „Tun Sie bitte etwas, damit ich am Heiligen Abend nicht alleine bin.“ Er sei wohl so erleichtert gewesen wie die alte Dame selbst, als er ihr von der Heiligabend-Aktion der Kirchen erzählte, sagt Welter. Etwa 500 arme, teilweise obdachlose, aber auch einsame Menschen kommen zu dieser Feier, die die katholische und evangelische Kirche dieses Jahr wieder im E-Werk auf den Burbacher Saarterrassen organisieren.

„Es geht dabei nicht darum, dass die Leute, die dorthin kommen, demütig etwas empfangen“, sagt Welter. Klar, es gibt ein warmes Essen, es gibt Tüten mit ein paar kleinen Geschenken – aber dafür muss nicht Weihnachten sein. In der Wärmestube bekommen Obdachlose jeden Tag ein warmes Essen. Und die Saarbrücker Tafel versorgt Bedürftige das ganze Jahr über mit fast kostenlosen Lebensmitteln.

„Es geht darum, dass Menschen eine Feier haben, eine strukturierte Feier“, sagt Christian Weyer, der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Saar-West. „Es gibt eine immer noch wachsende Zahl von Menschen, die am Heiligen Abend kein Fest haben – nicht nur, weil sie arm sind, sondern weil sie nicht in der Lage sind, es zu organisieren. Es gibt Menschen, die schaffen es nicht, eine Kerze anzumachen und sich einen geschmückten Zweig hinzulegen“, erklärt der Kirchenmann. Das könne mit Suchtproblemen zusammenhängen oder mit psychischen Krankheiten.

Vor allem für die Kinder sei das schlimm, sagt Weyer. Daher freue er sich, dass die Kirchen auch den Kindern ein Angebot machen können an Heiligabend. Das Angebot sieht in diesem Jahr so aus: Der Bläserchor Dudweiler, die Rodenhofer Gruppe Chorioses, das Duo Maritim und der Gitarrist Gustavo machen Musik. Günther Böhm, der seit Jahrzehnten bei der Heiligabend-Aktion hilft, präsentiert eine Feuershow, die Tanzschule Euschen-Gebhardt hat ein kleines Bühnenprogramm einstudiert.

Diakon Horst-Peter Rauguth liest die Weihnachtsgeschichte vor. Und es soll auch Zeit sein, Weihnachtslieder zu singen.

Dass die Kirchen dieses Angebot machen können, liege unter anderem daran, dass etwa 100 ehrenamtliche Helfer anpacken, die städtische Entwicklungsgesellschaft GIU das E-Werk inklusive Personal zur Verfügung stellt und Karstadt 600 warme Essen liefert. „Nur Geldspenden könnten wir noch gebrauchen“, sagt Rauguth.

Informationen unter Telefon (06.81) 9.06.81.61, Spenden: Sparkasse Saarbrücken (BLZ 590.501.01), Konto 9.01.75, Stichwort: „Heilig Abend“.


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