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Kirkeler Burg: Grabungs-Arbeiten beginnen erst im Frühjahr wieder

Nachrichten aus der Region Homburg.

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Jede Burg hat ihr Geheimnis. Das muss so sein, denn in den alten Mauern wurde einst gelebt, gezecht, Belagerungen standgehalten, es wurde Vieh gehalten und Wasser geschöpft. Abfall entsorgte man in der Müllkippe, doch nicht alles, was man heute findet, wurde absichtlich weggeworfen – vieles plumpste auch unbeabsichtig in Brunnen und Latrinen, zum Beispiel Schmuck oder Besteck. Deshalb wird mit Spannung erwartet, was der Kirkeler Burgbrunnen noch so alles hergeben wird.

Dass auf dem Gelände der Kirkeler Burg auch ein Brunnen existierte, wusste man aus Plänen aus dem Jahr 1679, die 1991 auftauchten. Nachdem der Standort des Brunnens anhand dieses auf Französisch verfassten Planes genau lokalisiert werden konnte, begannen 2011 erste Grabungen.

Gefunden hat man bisher einige Reste von Ofenkacheln aus dem 12. und 13. Jahrhundert. „Wir haben viele fleißige Helfer“, freut sich die Archäologin Christel Bernard, „viel Handarbeit wird von den Mitgliedern des Förderkreises geleistet, die machen das richtig gut.“ Man könne bei den Ausgrabungen oftmals nur mit dem Pinsel arbeiten, zumal in dem Material, das aus dem Brunnen gehoben wird, mit organischen Funden gerechnet wird. „Speisereste, Stoffe und ähnliches“, sagt Christel Bernard, „wenn diese Funde sofort konserviert werden, kann man das Alter der Funde feststellen und die Nutzungsperiode des Brunnens besser datieren.“

Aber all dies wird erst in einem halben Jahr passieren. Vorerst hat man den Brunnen bis zu einer Tiefe von einem Meter freigelegt und mit Holzbohlen abgedeckt. Im kommenden Frühjahr muss erst der Brunnenkranz aufgemauert werden, um Stabilität am Brunnenrand zu bekommen.

„Erst dann kann es in die Tiefe gehen“, sagt die Archäologin. Wie tief, weiß noch niemand. Der Brunnen hat am oberen Rand einen Durchmesser von rund drei Metern, das ist sehr großzügig bemessen und lässt vermuten, dass er durchaus tief sein könnte. Diese Arbeiten kosten natürlich Geld, das nicht alles von der öffentlichen Hand kommen kann.

Deshalb hat der Förderkreis Kirkeler Burg beschlossen, auch diesmal wieder Eintritt bei der Burgweynacht zu erheben. Natürlich nicht für Kinder oder mittelalterlich verkleidete Besucher, aber „irgendwie müssen wir ja ein bisschen Geld einnehmen“, sagt Peter Steffen, der Vorsitzende des Förderkreises.

Die Einnahmen aus dem Essenverkauf bei allen Burg-Events kommen der Burg zugute. Allerdings, so Steffen, seien aufgrund des miesen Frühjahrswetters diesmal weniger Besucher als sonst gekommen. Steffen würde, wenn der Brunnen freigelegt ist, von den Vereinsgeldern gerne auch ein Brunnenhaus errichten. „Wir sind ziemlich sicher, dass es einst dieses Brunnenhaus gegeben haben muss. Es gibt alte Rechnungen, dort tauchen einmal 1000 Holzschindeln auf, die vermutlich für das Dach des Brunnenhauses bestellt worden sind,“ erklärt Christel Bernard.

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