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Klamme Kassen: Müssen sich Saar-Feuerwehren Ausrüstung teilen?

Vor gut zehn Monaten hat sich die Arbeitsgruppe „Feuerwehr 2020“ gegründet, um angesichts leerer Kassen der Kommunen und sinkender Aktivenzahlen Lösungen für eine weiterhin funktionstüchtige Feuerwehr im Saarland zu entwickeln (wir berichteten). Schon jetzt ist klar, dass das eigentlich vorgesehene Jahr dafür nicht ausreichen wird und die einzelnen Untergruppen länger tagen müssen. „Ursprünglich wollten wir am Ende unsere Ergebnisse präsentieren; jetzt wird ein Punkt, sobald er fertig bearbeitet ist, als Empfehlung herausgegeben“, kündigt Landesbrandinspekteur Bernd Becker an. Die Kommunen und Kreise, die ihn für sinnvoll halten, könnten die Empfehlung dann umsetzen.

Die vier Arbeitskreise haben inzwischen ihre Themen festgelegt, im März sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden. Eines könnte dabei das Konzept einer überörtlichen Kleiderkammer auf Landkreisebene sein. Zu diesem Zweck hat sich der Brandinspekteur des Regionalverbandes, Tony Bender, mit Vertretern des Landkreises Offenbach getroffen, wo bereits ein zentrales Logistikmanagement für die Bekleidung der 29 Feuerwehren im Kreis existiert.

Darüber hinaus ist angedacht, Sonderaufgaben wie den Atemschutz, Schlauchpflege oder die Höhen- und Tiefenrettung zu bündeln. „Nicht jeder muss mehr alles haben“, umschreibt Becker das Ziel. Auch soll die Zusammenarbeit der Kommunen über die Kreisgrenzen hinaus gestärkt werden. „Teure Gerätschaften wie ABC-Fahrzeuge werden wir uns nicht mehr überall leisten können“, meint Landesbrandinspekteur Becker. Dies sei auch nicht notwendig, wenn sich Kommunen Geräte und Kosten teilten.

Auch eine kostspielige spezielle Pumpe zum Abpumpen chemischer Flüssigkeiten brauche nicht jeder. „Das ist nicht wie bei einem Brand, wo die ersten Minuten entscheidend sind. Hier reicht es, wenn gesichert und abgedichtet wird und dann die Experten anrücken.“ Ein weiterer Arbeitskreis überprüft die Mannschaftsstärke bei Einsätzen und vergleicht die Zahlen mit den Festlegungen in anderen Bundesländern. Auch der sinkenden Zahl der Mitglieder möchte die Arbeitsgruppe entgegenwirken.

Nach den jüngsten Zahlen von 2012 waren im Saarland noch 11 698 Feuerwehrleute aktiv, das entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent zum Jahr 2011 (11 862). Daher soll ein „Leitfaden zur Gewinnung und Stärkung von Freiwilligen für die Feuerwehr“ erarbeitet werden. Eine Aufgabe wird es sein, Gründe für einen Austritt aus der Freiwilligen Feuerwehr herauszuarbeiten, um dem entgegenwirken zu können. Für die Jugendwehren sollen Ansätze entwickelt werden, die die Attraktivität des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes erhöhen. Um Mitglieder zu locken, soll ein Ideenwettbewerb ausgelobt werden.

Mit Aktionen sollen auch gezielt Migranten für den Dienst in der Feuerwehr geworben werden – eine Bevölkerungsgruppe, die laut Becker noch nicht genügend in den Verbänden vertreten ist. Auch wird überlegt, wie aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zu einer Tätigkeit als Löschbezirksführer motiviert werden können. Aktuell sei dieser Posten bei rund zehn Prozent der 341 Löschbezirke im Land unbesetzt.

Aber auch die Zahl der Löschbezirke selbst steht auf dem Prüfstand. In 35 gebe es Überlegungen, mit benachbarten Verbänden zusammenzugehen, sagt Becker. Der Landesbrandinspekteur kann Fusionen auch Positives abgewinnen: „Es hat sich gezeigt, dass bei freiwilligen Zusammenführungen mit Gesamtkonzept ein Aufschwung erfolgt ist. Waren vorher die Gruppen zu klein, machen die Übungen mit mehreren mehr Spaß.“


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