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Kleinblittersdorfer Freibad: Schließung steht nicht zur Debatte

Ist das Freibad von Kleinblittersdorf in Gefahr, weil die Gemeinde einen Kredit für den Wohnmobilstellplatz an der Saarland-Therme aufgenommen hat?

Stephan Strichertz: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Deshalb nimmt auch das eine dem anderen nichts weg. Bislang waren wir an der Finanzierung des Wohnmobilplatzes gar nicht beteiligt. Als es Anfang 2015 darum ging, wegen der Verteuerung des Vorhabens eine Finanzierungslücke zu schließen, standen wir als Gesellschafter in der Pflicht. Ich habe beim Land eine außerordentliche Kreditaufnahme von 200 000 Euro und eine Bedarfszuweisung von 400 000 Euro beantragt, da wir das nicht allein stemmen könnten. Nach zwei Tagen hatten wir die Zusage aus dem Innenministerium. Für ein Schwimmbad gibt es im Saarland dagegen keine Bedarfszuweisung – also auch nicht für uns.

Wie profitieren denn die Bürger der Gemeinde Kleinblittersdorf vom Wohnmobilstellplatz, dessen Kosten so aus dem Ruder gelaufen sind?

Strichertz: Wohnmobil-Touristen bringen nicht alles mit, was sie brauchen. Sie nutzen die Gastronomie, gehen bummeln. Und sie geben, wie seriöse Untersuchungen zeigen, jeden Tag 70 bis 80 Euro im Urlaubsort aus. Das werden unser Handel und unsere Wirte nutzen. 300 Reisende waren allein in den ersten beiden Wochen des Wohnmobilpark-Betriebs in der Gemeinde.

Was ist Ihrer Meinung nach verantwortlich für die Mehrkosten der Anlage?

Strichertz: Die Projektgemeinschaft hat vier Kontrollmechanismen, und doch haben sie nicht funktioniert. Sonst hätte ja eine geologische Untersuchung gezeigt, dass der Boden zunächst nicht so tragfähig war, wie erforderlich.

Wird die Projektgesellschaft als Eigentümerin der Anlage vor Gericht gehen?

Strichertz: Darüber steht die Entscheidung noch aus. Ich halte einen Vergleich für möglich. Nur sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass die kompletten Mehrkosten wohl kaum reinzuholen sind. Denn ein Teil davon wäre beim Bau ja sowieso angefallen. Anders sieht es bei den Kosten für den Stillstand der Baustelle aus.

Wie ist das Echo aus der Politik auf Ihren Vorschlag, für eine grundlegende Sanierung des Bades auf Investitionen in den Ortsteilen zu verzichten?

Strichertz: Das Echo ist geteilt. Die Bürger, mit denen ich sprach, wissen aber sehr wohl, dass wir die Sanierung nicht ohne Weiteres schultern können.

Wird die Gemeinde wegen der anstehenden Reparaturen das Freibad 2016 überhaupt noch einmal öffnen?

Strichertz: Die Schließung des Bades steht nächstes Jahr nicht zur Debatte. Wir haben ja auch in den vergangenen Jahren mit kleineren Maßnahmen den Betrieb aufrechterhalten. Allerdings kommen wir, verteilt auf mehrere Jahre, um große Sanierungsschritte, zum Beispiel am Beckenrand und vor allem am Beckenkopf, nicht herum, um das Bad auf lange Sicht zu erhalten. Wir sollten damit 2016 früh loslegen und dafür einen Kredit aufnehmen können. Nun muss sich im Gemeinderat zeigen, wie viel dieses Bad uns wert ist. Das letzte Wort über die Darlehensaufnahme hat aber die Kommunalaufsicht.
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