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Kleine Polizei-Dienststellen von Reform bedroht

Saarbrücken. Ein weiteres Mal nach 1992 und 2000 wird die saarländische Polizei neu organisiert, und zwar unter Spardiktat. In den nächsten zehn Jahren sollen nach dem Vorschlag einer internen Projektgruppe etwa 300 von derzeit 2800 Stellen wegfallen.

Da alle 20 Polizei-Inspektionen (PI) erhalten bleiben sollen, ist daran gedacht, neun kleinere Inspektionen personell auslaufen zu lassen. Ihre altersbedingten Abgänge würden demnach ab nächstem Jahr nicht mehr durch Polizeinachwuchs von der Fachhochschule ersetzt.
Folge: Eines Tages wären diese Einheiten personell so dünn besetzt, dass sie nicht mehr rund um die Uhr arbeitsfähig sein würden, sondern nur noch in einem Tagdienst, etwa bis Mitternacht. Von Mitternacht bis morgens um 6 könnten benachbarte größere Einheiten die Arbeit der kleinen PIs übernehmen.
Zu diesen bedrohten kleinen Dienststellen zählen auch die beiden Saarbrücker PIs Alt-Saarbrücken und Brebach (voll funktionsfähig bleiben laut Plan St. Johann und Burbach).

Karl-Heinz Paulus, Leiter der PI Alt-Saarbrücken, sieht generell „die Sicherheit im Land nicht gefährdet“, ist als leidenschaftlicher Polizist allerdings auch „nicht begeistert“ von dem Personalabbau, denn wenn 300 Leute fehlten, müsse die Arbeit ja von dem verbleibenden Rest erledigt werden. Die PI Alt-Saarbrücken habe „Gott sei Dank viele Junge“ unter ihren 65 Kräften, so dass der Aderlass wohl nicht so schlimm werde.
Ungünstig sei aber wohl, wenn nachts fremde Kräfte in einem Revier tätig würden, dessen „Kundschaft“ und Tatgelegenheiten sie nicht so gut kennen wie die Stammbesetzung. Der Erste Polizeihauptkommissar Paulus („man sollte das Ganze ruhig abwarten“) wird die Reform nur noch als Außenstehender erleben, denn im November geht er mit 61 in Ruhestand.

Noch zwei bis drei Dienstjahre vor sich, wohl auch in herausgehobener Position (Polizeikreise sagen: als Leiter der Direktion „Gefahrenabwehr/Einsatz“) hat der derzeitige Chef der beiden Saarbrücker Polizeibezirke, Peter Becker. Der Polizeidirektor möchte sich nicht mit der Frage aufhalten, welche Folge das nächtliche Zusperren von einer, zwei oder gar drei Saarbrücker PIs haben könnte. Die Wege seien in dem Ballungsraum Stadt so kurz, dass dies für die operative Leistungsfähigkeit nicht von Bedeutung sei. Nach Beckers Überzeugung ist vielmehr wichtig, was man alles aus dem zur Verfügung stehenden Personal „herausholen“ könne. Wie kriege man es hin, immer zur Verfügung zu stehen, wenn man gebraucht werde? Hier biete die Reform Chancen.

Dass auch die für Verwaltung und Koordination zuständigen Polizeibezirke wegfallen, darunter auch „seine“ beiden, sollte der Bevölkerung laut Becker kein großes Aufhebens wert sein. Die Aufgaben würden halt anders wahrgenommen, auf die Wahrnehmung der Polizei in der Öffentlichkeit habe dies keinen Einfluss.

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