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„Kliniken im Hochwald erhalten!“

Auch der Losheimer Gemeinderat macht sich für den Erhalt aller Klinikstandorte im Hochwald und insbesondere des St.- Josefs-Krankenhauses in Losheim stark – im Verbund mit dem Krankenhaus in Wadern.

Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Losheim. Eine Woche nach dem Stadtrat von Wadern verabschiedete der Losheimer Rat am Donnerstagabend in einer Dringlichkeitssitzung einstimmig eine Resolution, mit der die Gemeinde in der Debatte um die Klinikstandorte im Hochwaldraum (siehe Infokasten) Stellung bezieht: „Die Gemeinde Losheim am See fordert die Erhaltung aller Standorte im Hochwaldverbund, insbesondere auch der Marienhausklinik Losheim-Wadern und unseres St.-Josefs-Krankenhauses in Losheim am See“, heißt es im Resolutionstext, den die Verwaltung in enger Abstimmung mit dem Krankenhaus-Förderverein erarbeitet hatte. Dessen Vorsitzender, Alt-Bürgermeister Raimund Jakobs, nahm ebenso an der Sitzung teil wie die Spitzen des Krankenhauses Losheim-Wadern, Verwaltungsdirektor Horst Magdziarz und medizinischer Leiter Dr. Walter Berg.

„Zentraler Charakter“

Die Resolution macht deutlich, dass sich die Kooperation der Krankenhäuser in Losheim und Wadern bewährt habe und das Verbund-Krankenhaus zur Sicherung einer wohnortnahen medizinischen Akut- und Notfallversorgung an beiden Standorten unbedingt bestehen bleiben müsse. Sie geht auch auf den Fall ein, dass dies nicht eintreffen wird: „Sollte es dennoch zu einer Ein-Standort-Lösung kommen, bietet sich Losheim als Dienstleistungs-, Handels-und touristisches Zentrum mit einem Einzugsgebiet von weit über 20 Kilometern wegen seines zentralen Charakters nahezu an“, heißt es in dem Text.

„Höchste Wachsamkeit“

Bürgermeister Lothar Christ (SPD) sagte, dass trotz anderslautender Äußerungen der beiden Krankenhausträger „das Damoklesschwert der Ein-Standort-Lösung über uns schwebt, da ist höchste Wachsamkeit gefordert“. Ähnlich sahen das die Ratsfraktionen. Norbert Müller (CDU) fand es „richtig und wichtig, dass sich die Kommunalpolitik in Losheim für den Erhalt des Krankenhauses ausspricht“. Müller: „Es geht um mehr als ein Gebäude, es geht um den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung in der Gemeinde“. Würde das Losheimer Krankenhaus geschlossen, dann würde das große Engagement der Gemeinde und des Krankenhaus-Fördervereins mit Füßen getreten. Daher dürfe, sagte Müller, die zu beschließende Resolution nur „der Beginn unseres Kampfes für den Erhalt des Krankenhauses sein“.

Alfons Traut (SPD) sagte, dass es nicht das erste Mal sein, „dass das Gespenst derKlinikschließung in Losheim“ umgehe. „Aber so ernst wie jetzt war es meiner Einschätzung noch nie.“ Traut erinnerte daran, dass im kommenden Jahr die Landesregierung einen neuen Krankenhausplan vorlegen müsse und im Saarland die Zahl der Krankenhausbetten zu hoch sei. „Aber das ist ein Problem des Ballungsraumes und nicht der ländlichen Regionen.“ Die Menschen im Kreis Merzig-Wadern hätten den gleichen Anspruch auf medizinische Versorgung wie jene in Saarbrücken oder Saarlouis.

„Großer Erfolg“

Stefan Buchmann (Bürger Direkt) erklärte, das Losheimer Krankenhaus habe mit seiner Spezialisierung und dem neuen Schwerpunkt auf Konservativer Orthopädie überregional großen Erfolg, die Abteilung sei zu 120 Prozent ausgelastet. Joachim Selzer (Grün-Alternative Liste) erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren immense Gelder aus Steuermitteln in die Modernisierung der Krankenhaus-Standorte Wadern und Losheim gesteckt worden seien. „Es wäre ein Treppenwitz, wenn durch eine Schließung diese öffentlichen Investitionen ad absurdum geführt würden.“ Dirk Fischer (Die Linke) erklärte, die Krankenhausbetreiber sollten bei ihren Struktur-Überlegungen nicht nur auf den Profit achten, „sondern auch an die Menschen denken, die im Krankenhaus arbeiten und dort behandelt werden“.



Hintergrund


Seit längerem arbeiten die Trägergesellschaften der Kliniken in Losheim, Wadern, Hermeskeil, Weiskirchen, Lebach und Illingen daran, die Standorte im Hochwald in einem neuen Verbund zusammenzuführen. Die Träger haben nun eine Arbeitsgruppe berufen, die über strukturelle Veränderungen in dem Hochwald-Verbund beraten soll, mit denen die bisher defizitär arbeitenden Kliniken aus dem Minus herausgeführt werden sollen.

Eine denkbare Variante ist die Aufgabe der bestehenden Standorte zu Gunsten eines Klinik-Neubaus an zentraler Stelle. Diese Ein-Standort-Lösung sorgt an den Klinik-Standorten für Verunsicherung und Proteste. Anfang der Woche hatten die Geschäftsführer Bernd Molzberger (Marienhaus GmbH) und Thomas Thiel (Cusanus-Trägergesellschaft Trier) im Kreisausschuss von Merzig-Wadern erklärt, sie versuchten, nach Möglichkeit alle Standorte im Hochwald zu erhalten (wir berichteten). cbe

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