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Kliniken im Hochwald vor dem Aus?

Marienhaus GmbH und Cusanus-Trägergesellschaft (CTT) betreiben mehrere Krankenhäuser im Hochwald. Um zu sparen, sollen diese als Hochwald-Verbund zusammengefasst werden. Die Kommunen fürchten Klinik-Schließungen.

Merzig-Wadern/ St. Wendel. Wie viele Krankenhäuser wird es künftig im nördlichen Saarland geben? Was ist finanziell möglich? Und vor allem: Wie wird die medizinische Versorgung der Menschen in der ländlich geprägten Region sicher gestellt?

Das beschäftigt seit dieser Woche auch die Politik. Denn: Die Klinikbetreiber Marienhaus GmbH und Cusanus-Trägergesellschaft Trier (CTT) arbeiten an einem Zukunftsplan unter dem Titel Hochwald-Verbund. Dieser umfasst die bislang noch eigenständigen Häuser auf saarländischer Seite in Losheim, Wadern, Lebach sowie die Reha-Einrichtungen in Weiskirchen und Illingen. Ob auch Hermeskeil im benachbarten Rheinland-Pfalz dazustößt, ist noch unsicher.

Hintergrund: Insbesondere kleinere Kliniken schreiben rote Zahlen und sind somit in ihrer Existenz gefährdet. Um einen wirtschaftlichen Betrieb zu erreichen, soll bis Jahresmitte ein Konzept erarbeitet sein. Während die Betreiber von „ergebnisoffenen Beratungen“ sprechen, sei so viel bereits jetzt schon klar: „Es gibt keine Tabus, was die bisherigen Standorte betrifft“, sagt CTT-Geschäftsführer Thomas Thiel. Das bedeutet: Auch Schließungen drohen. Oder es gibt einen Neubau an einem ganz anderen Ort im Einzugsgebiet. In die Überlegungen fließt, so Thiel, ein, „dass die medizinische Versorgung im ländlichen Raum nicht schlechter ist oder wird als die in Ballungsgebieten“.

Tiefe Einschnitte erwartet
Unterdessen wappnen sich die Bürgermeister der saarländischen Hochwald-Kommunen gegen das Schlimmstmögliche. Waderns Bürgermeister Fredi Dewald (SPD) etwa. Während eines Gesprächs habe ihm CTT-Chef Thiel klar gemacht: Auch aktuelle Arbeiten an neuen Abteilungen in der Waderner Klinik seien „kein Freibrief für den Erhalt“. Thiel habe dem Rathauschef auch mitgeteilt, dass „ein möglicher neuer Krankenhausbau für den Hochwald-Verbund nicht an einem der bisherigen Klinik-Standorte entstehen wird“. Auch Dewalds Losheimer Amtskollege Lothar Christ (SPD) hatte Gespräche mit den Marienhaus- und Cusanus-Chefs.

Dabei sei klar geworden: „Alles ist auf dem Prüfstand.“ Alarm also auch für Losheim, wo man aber zunächst auf das sachliche Gespräch mit den Krankenhausbetreibern setzt. Aber ebenso die Landesregierung in der Pflicht sieht. Dies findet auch Dewald, und so werden beide wohl am morgigen Donnerstag im Saarbrücker Gesundheitsministerium vorstellig werden. Lebachs Bürgermeister Arno Schmidt, CDU, hat das Gespräch mit Gesundheitsminister Georg Weisweiler bereits geführt: „Dem Ministerium liegen keine konkreten Pläne vor“, verweist Schmidt darauf, dass erst zur Jahresmitte Konkretes zu erwarten sei.

Die Zukunft der Kliniken könnte sich auf die Menschen in den Landkreisen St. Wendel und Merzig-Wadern auswirken. Nonnweiler und Tholey im St. Wendeler Land gehören auch zum Einzugsgebiet des Waderner und Lebacher Krankenhauses. CDU und FPD im Kreis Merzig-Wadern haben inzwischen alle Parteien zu einer „Hochwald-Allianz“ aufgerufen, um bereits jetzt zu demonstrieren, dass die Region mögliche Klinik-Schließungen nicht hinnehmen werde, so CDU-Kreischef Jürgen Schreier und sein liberaler Gegenpart Marion Etringer. Dem will sich grundsätzlich auch die Sozialdemokratie im Kreis nicht verschließen, sagt SPD-Kreischefin und Landtagsabgeordnete Anke Rehlinger. Aber sie erwartet „eine klare Positionierung der Landesregierung in dieser Frage“. Unisono erklären Politiker vor Ort: „Oberste Priorität hat die Sicherung wohnortnaher medizinischer Versorgung.“







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