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Knöllchen trotz fehlender Schilder für Sulzbacher?

Altenwald/Sulzbach. Wer einen Brief erhält vom Landesverwaltungsamt – Zentrale Bußgeldbehörde – der kann nicht erwarten, dass es lustig wird. In den meisten Fällen holt einen mit einem solchen Schreiben die Vergangenheit ein. Etwa die Vergangenheit, die man auf vier Rädern zugebracht hat.

Konkret: Volker Rauch aus Sulzbach erhielt Ende letzten Jahres eine Nachricht von eben dieser Behörde mit Sitz in St. Ingbert. Es wurde ihm zur Last gelegt, knapp zwei Wochen zuvor mit seinem Auto eine nicht unerhebliche Geschwindigkeitsübertretung begangen zu haben. 28 Kilometer mehr als erlaubt sei er gefahren. So steht's in besagtem Brief. Das Ganze habe sich ereignet auf der Autobahn A 623 – in Höhe der Anschlussstelle Altenwald, Richtung Saarbrücken. Zulässige Höchstgeschwindigkeit sei hier 80 Kilometer pro Stunde, 108 km/h seien indes gemessen worden, nach „Toleranzabzug“, wodurch, wie man weiß, noch das ein oder andere Kilometerchen unter den Tisch fällt.

Volker Rauch stellte überhaupt nicht in Abrede, dass er in seinem Personenwagen auf der Autobahn mit 108 km/h unterwegs war. Gleichwohl hat er fristgerecht die Möglichkeit der schriftlichen Anhörung wahrgenommen. Denn: Er sieht einen strittigen Punkt bei der ganzen Sache. Beim Besuch in der SZ-Redaktion zeigt er uns Fotos, die aus seinem Pkw heraus aufgenommen wurden, als er die Strecke ganz bewusst wieder abgefahren ist. Nach Auffahrt auf die A 623, von der A8 kommend, „stehen keine Schilder auf der A 623, die die Geschwindigkeit einschränken“, sagt er. Jedenfalls nicht, wenn man nach vorne schaue, meint der 68-Jährige. Die Beschilderung sei eindeutig falsch aufgestellt und damit eine Falle, meint der Sulzbacher. Einem jungen Autofahrer, der noch mit Führerschein auf Probe unterwegs sei, könne das zum Verhängnis werden.

Falsche Beschilderung oder auch nicht: Die Bußgeldbehörde hat das Verfahren gegen Volker Rauch eingestellt. Und die Saarbrücker Zeitung wollte wissen warum. Anruf also bei der Pressestelle des Innenministeriums, dem die Bußgeldbehörde untergeordnet ist. Hier erhalten wir allerdings eine eher verwirrende Auskunft. Wörtlich heißt es: In dem geschilderten Fall „wurde eine Einzelfallentscheidung für einen ortskundigen Bürger getroffen, die keine unmittelbare Wirkung auf weitere Verkehrsverstöße an besagter Tatörtlichkeit hat. Die geschwindigkeitsbeschränkende Beschilderung entspricht den gesetzlichen Vorgaben.“

Auch auf weitere Nachfrage war dem Ministerium nicht mehr zu entlocken, als dass an besagter Örtlichkeit alles seine Richtigkeit habe. Vor allem, was die Einlassungen der Pressestelle hinsichtlich des „ortskundigen Bürgers“ angeht, steht nicht nur Volker Rauch vor einem Rätsel.
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