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Köllertal hält Windrad-Standorte geheim



Köllertal. Über den derzeitigen Stand der Planung von Windrädern will der Regionalverband in vier Veranstaltungen informieren. Die erste fand am Dienstagabend in der Riegelsberghalle statt. Rund 60 Interessierte aus Riegelsberg, Heusweiler, Püttlingen, Völklingen und Saarbrücken waren erschienen. Wer von ihnen gehofft hatte zu erfahren, wo genau ein Windrad aufgestellt werden soll, wurde enttäuscht. Auch auf Nachfragen aus dem Publikum umging Sven Uhrhan, Leiter des Fachdienstes Regionalplanung und Entwicklung beim Regionalverband Saarbrücken, diese Antwort. Dabei hatte Uhrhan zu Beginn der Veranstaltung noch erklärt: „Windkraftplanung ist in aller Munde. Das schürt die Interessenlagen, aber auch die Unwissenheit. Wir wollen dieser Unwissenheit frühzeitig begegnen.“

Mit einem Flächennutzungsplan will der Regionalverband steuern, wo künftig Windräder aufgestellt werden. Das hatte Ende 2010 ein Kooperationsrat beschlossen. Auf Grundlage der vom Umweltministerium herausgegebenen Windpotenzialstudie Saarland hatte der Regionalverband mit der Prüfung der in Frage kommenden Gebiete begonnen. In Heusweiler wurden 27 Flächen untersucht, in Püttlingen und Riegelsberg jeweils zehn. Unter dem Strich bleiben jedoch in Püttlingen nur noch sieben, in Heusweiler fünf und in Riegelsberg eine übrig. Auf diesen Restflächen könnten sowohl Zweimegawattanlagen (maximale Höhe 140 Meter), als auch Dreimegawattanlagen (maximale Höhe 200 Meter) aufgestellt werden.

Ausschlusskriterien und Tabuzonen sind die Gründe dafür, weshalb nur noch wenige Flächen übrig blieben. Beispiele für Ausschlusskriterien, die den Bau von Windrädern verbieten: Es müssen Mindestabstände eingehalten werden. Zum Beispiel 650 Meter zu geschlossenen Ortschaften, 425 Meter zu Einzelgebäuden außerhalb geschlossener Ortschaften, 200 Meter zu Naturschutzgebieten, 100 Meter zu Autobahnen, Schienen und Stromtrassen, 50 Meter zu Bächen, Flüssen und Kreisstraßen, 20 Meter zu Gemeindestraßen. Berücksichtigt wurden auch die Belange der zivilen Luftfahrt und des Bergbaus. Will heißen: in der Nähe von Einflugschneisen, Flugsicherungsanlagen, ehemaligen Gruben oder Deponien dürfen keine Windräder aufgestellt werden.

Auch der Artenschutz genießt hohe Priorität. Deshalb werden keine Windräder gebaut, wo Uhu, Rot- oder Schwarzmilane nisten. „Im Ergebnis bleiben deshalb nur wenige Flächen übrig“, bilanzierte Uhrhan. Bis Dezember soll der geänderte Flächennutzungsplan mit Begründung, Gebietssteckbriefen, Einarbeitung der Landschaftsbildbewertung und Konfliktanalyse fertig sein. Der Kooperationsrat will dann im Januar den Entwurf des Flächennutzungsplanes beschließen und im Februar offenlegen. Im Frühjahr und im Sommer soll der Plan vom Ministerium genehmigt werden.

Im Internet: www.rvsbr.de


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