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„Körperwelten“-Ausstellung kommt im Sommer 2015 nach Saarbrücken

Plastinierte menschliche Poker- und Schauspieler, Tänzer und eine Bogenschützin – die Ausstellung „Körperwelten“, die von 2. Juli bis 13. September 2015 erstmals im Saarland in der Saarbrücker Congresshalle zu sehen sein wird, vereint nach Veranstalterangaben rund 20 Ganzkörper-Plastinate und rund 200 Präparate. Unter dem Titel „Der Zyklus des Lebens“ möchte die Schau von Plastinator Gunther von Hagens, die bisher weltweit insgesamt 40 Millionen Besucher anzog, einzelne Stationen der Entwicklung des menschlichen Körpers sowie seine Veränderung von der Zeugung bis ins hohe Alter aufzeigen. „Eine 74-tägige Veranstaltung ist für uns ein Segen“, freut sich Ralf Kirch, Prokurist des Congress Centrum Saar. In dieser Zeit seien normalerweise keine Veranstaltungen zu bekommen. Auch aus touristischer Sicht habe die Ausstellung großen Wert: „Wir erwarten Gäste aus dem Umkreis von 250 bis 300 Kilometern“, sagt Kirch.

Die Leichen-Schau, die von Oktober 1997 bis März 1998 in Mannheim zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum zu sehen war, wurde immer wieder heftig diskutiert. „Die Vorbehalte vieler Menschen gegen die ,Körperwelten' können wir nachvollziehen. Aus diesem Grund hat Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Schirmherrschaft abgelehnt“, erklärt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Auch von Seiten der Kirchen gab es gestern die ersten kritischen Stimmen: „Die Ausstellung ‚Körperwelten' ist ein würdeloser Umgang mit Verstorbenen“, sagt Christian Weyer, Superintendent des Kirchenkreises Saar-West: „Der Mensch ist nach unserem Glauben nicht geschaffen worden, um als Plastinat zu enden. Die Toten sollen ruhen können.“ Auch das Bistum Trier sieht eine Verletzung der Menschenwürde. „Leichname werden zur Schau gestellt und zum Objekt wirtschaftlicher Aktivitäten gemacht. Eine solche Instrumentalisierung wird der Würde des Menschen nicht gerecht, die auch über den Tod hinaus gilt“, sagt Pressesprecher André Uzulis.

Die Macher verweisen dagegen darauf, dass Gunther von Hagens bereits 1982 ein Körperspender-Programm etabliert hat: „Alle in den Ausstellungen gezeigten Plastinate stammen von Menschen, die zu Lebzeiten erklärt haben, dass ihr Körper nach dem Ableben zur medizinischen Aufklärung innerhalb der Ausstellung zur Verfügung gestellt wird“, heißt es in einer Pressemitteilung. Bis heute seien über 14 000 Spender registriert worden, darunter nach SZ-Informationen über 150 Personen aus dem Saarland. Für die Ärztin und Kuratorin Angelina Whalley habe die Schau auch einen pädagogischen Wert: „Je mehr wir über uns selbst wissen, umso besser können wir dafür sorgen, jetzt und auch später fit und aktiv zu sein.“

Die Ausstellung „Körperwelten – Der Zyklus des Lebens“ wird vom 2. Juli bis 13. September 2015 in der Congresshalle Saarbrücken gezeigt. Bis 31. Juli 2014 gibt es das „Early Bird“-Ticket.
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