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Kohleförderung geht bis 2012 weiter

Saarbrücken. Eine klare Absage erteilte gestern Wirtschaftsminister Joachim Rippel gegenüber Befürwortern eines weiteren Bergbaus an der Saar über das Jahr 2012 hinaus. Felder außerhalb der Primsmulde, die betriebswirtschaftlich betrieben werden können, gebe es nicht mehr, sagte Rippel beim „Sommergespräch“ mit Journalisten in der Staatskanzlei. Für den Kohleabbau unter solchen Felder finde sich zudem weder ein Investor, noch stünden Subventionen bereit. Der Aufsichtsrat der RAG habe klar den Ausstieg aus dem Saarbergbau Mitte 2012 beschlossen.

Zur Vorbereitung dieses Ausstiegs wurde gestern das letzte Kapitel eingeleitet. So hat das Bergamt Saarbrücken die Zulassung für einen Kohleabbau im Flöz Wahlschied Ost erteilt. Damit, so Rippel, werde gleichermaßen Planungssicherheit für das Unternehmen und die vom Bergbau Betroffenen hergestellt. Die Landesregierung habe sich darum bemüht, diese Planungssicherheit noch vor der Landtagswahl herzustellen. Der Beschluss ermögliche die Fortführung eines sozialverträglichen Auslaufbergbaus.

Die Bergbehörde habe gewissenhaft nach Recht und Gesetz alle Voraussetzungen geprüft, betonte Rippel. In diese Prüfung seien auch die Einwendungen von 102 Hauseigentümern eingeflossen. Wichtigstes Kriterium sei die Gewährleistung eines Restbergbaus ohne Gefahren für Leib und Leben. Rippel geht davon aus, dass die Entscheidung der Bergbehörde trotz einer vierwöchigen Widerspruchsfrist Bestand haben wird. Der jetzt genehmigte Abbau betrifft die Strebe 8.5-, 8.6- und 8.7 Ost.

Nach Auskunft des Direktors des Bergwerks Saar, Friedrich Breinig, soll mit dem Abbau im Flöz 8.5 Ost bereits im Dezember 2009 begonnen werden. Die Kohleförderung im Flöz 8.6 folgt nach den jüngsten Plänen im September 2010. Ab April 2011 bis Mitte 2012 soll dann die restliche Kohle im Flöz 8.7 abgebaut werden, so Breinig zu unserer Zeitung. Nach Auskunft von Rippel und Breinig wird es dabei im ersten Halbjahr 2012 auch noch einmal zu Kohleabbau unter bewohntem Gebiet kommen. Dies sei anders nicht möglich. Auch eine Änderung der Reihenfolge in der Kohleförderung sei aus technischen Gründen ausgeschlossen. Zu den Auflagen der Bergbehörde gehört, den Abbau möglichst kontinuierlich ohne Stillstände zu führen. Regelmäßige Kontrollen, auch des Grundwasserspiegels, durch das Unternehmen RAG Deutsche Steinkohle sind ebenso vorgeschrieben wie die Einhaltung einer Schwinggeschwindigkeit, die den Wert von zehn Millimetern pro Sekunde nicht überschreitet. Breinig versicherte, das Unternehmen werde alle Auflagen einhalten.

Michael Schneider, Vorsitzender der Interessengemeinschaft zur Abwendung von Bergschäden (IGAB) in Reisbach hält die Genehmigung für falsch. Schon die erteilten Auflagen für eine Kohleförderung im Flöz Wahlschied West seien „absolut enttäuschend gewesen“, sagte Schneider unserer Zeitung. Es gebe immer noch keine Lösungen für das Problem von Verwässerungen (Ansteigen des Grundwasserspiegels) mit Auswirkungen in Häusern. Schneider: „Wir werden gegen die Erteilung der Genehmigung Widerspruch einlegen.“
Thomas Sponticcia (SZ)

Schreibgeschützt hauptzeile_meinung Text: wi6.Bergbau.Neu

Meinung: Letzte Chance für den Bergbau


Das letzte Kapitel im Saar-Bergbau hat begonnen. Nach den katastrophalen Auswirkungen des Bebens vom 23. Februar 2008 kann es jetzt nur noch darum gehen, alles dafür zu tun, dass der Restbergbau bis Mitte 2012 störungsfrei verläuft. Das Unternehmen bekommt damit von den Saarländerinnen und Saarländern eine letzte Chance, sich mit Respekt aus der Region zu verabschieden.

Diese Chance sollten jetzt auch die Bergbau-Betroffenen den Bergleuten geben. Kommt es wider Erwarten doch noch zu einem Störfall, muss allerdings sofort Schluss sein. Dies würde ein sozialverträgliches Ende des Bergbaus gefährden. Es geht jetzt also für alle Beteiligten noch einmal um sehr viel. Klar ist schon: Eine Umkehr des Auslaufbergbaus gibt es nicht mehr. Er hatte in der Geschichte des Saarlandes große Verdienste. Bald wird er aber Nostalgie sein. 
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