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Komasaufen: Saarland will Vereine in Prävention einbinden

Einen Tag vor Fastnacht haben Landesregierung und Vereinswesen im Saarland vor Koma-Saufen bei Jugendlichen gewarnt. Es gebe „unheimlich viele schöne Facetten“ der Fastnacht, es gebe aber auch das Problem, dass Jugendliche beim Trinken zunehmend über die Stränge schlügen, warnte Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) gestern in Neunkirchen. Zahlen des Statistischen Landesamts zufolge mussten in den vergangenen Jahren stets mehr als 600 junge Saarländer im Alter zwischen zwölf und 24 Jahren mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Bezogen auf die Einwohnerzahl waren das deutlich mehr Fälle als im Bundesdurchschnitt.

Um dem übermäßigen Alkohol-Konsum besser vorzubeugen, können sich Vereine und Veranstalter ab sofort mit der Jugendschutz-Zertifizierung „7 aus 14“ auszeichnen lassen. Das heißt, sie achten in besonderem Maße auf den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol.

Der SV Auersmacher und die Karnevalsgesellschaft Burgnarren Kirkel sind die ersten beiden Vereine, die diese Zertifizierung angehen wollen. Sie verpflichten sich, sieben von 14 vorgegebenen Punkten zum Thema Alkohol-Prävention einzuhalten. Obligatorisch ist die Berufung eines Jugendschutzbeauftragten, der eine dreistündige Schulung am Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) absolvieren muss. Er ist dazu verpflichtet, nach Veranstaltungen einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Zudem müssen fünf weitere Punkte erfüllt werden. Dabei geht es um den Verzicht auf „Trink-Animationen“ – etwa „Happy Hours“ oder Flatrate-Angebote – oder darum, günstige nicht-alkoholische Getränke anzubieten. Mit dem Projekt „hat man bei mir offene Türen eingerannt“, erklärt Irmgard Waidner, Präsidentin der Kirkeler Burgnarren.

Knapp 70 Kinder und Jugendliche seien in ihrem Verein aktiv. Sie bei Fastnachtsveranstaltungen vor Alkohol-Missbrauch zu bewahren, sei ihr schon lange ein Anliegen. Waidner: „Sie sollen sich bewusst werden, dass Alkohol ein Genussmittel ist und kein Durstlöscher und dass man auch ohne Alkohol Spaß haben kann.“

Im Landkreis Passau und im Raum Karlsruhe arbeiten Organisationen bereits mit dem Modell „7 aus 14“. Die Idee, das Projekt im Saarland auszuprobieren, entstand demnach beim Runden Tisch zum Thema Alkoholmissbrauch. Der Runde Tisch hat laut Storm im Dezember seine Arbeit beendet. Sollten sich die Zahlen zum Koma-Saufen aber nicht verbessern, werde die Runde aus Ministerium, LPH, Kommunen, Kreisen und Jugendarbeit erneut zusammenkommen.

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