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Kommt Gulliver-Welt ins Homburger Freibad-Gelände?

Die alte Gulliver-Welt: Schloss Neuschwanstein, gleich neben dem Prater-Riesenrad.

Die alte Gulliver-Welt: Schloss Neuschwanstein, gleich neben dem Prater-Riesenrad.


Donnerstagmorgen, kurz nach elf Uhr, eine Lagerhalle irgendwo in Homburg. Konzentriert arbeitet Restaurator Francesco Giangreco an der Kuppel des Petersdoms aus der Gulliver-Welt. Seit Monaten ist der Italiener im Auftrag von Theiss Naturwaren damit beschäftigt, die rund 60 Miniaturen der früheren Freizeitattraktion aufzuarbeiten. Früher stand diese Wunderwelt mit den berühmtesten Architektur- Wahrzeichen, in den 1970er Jahren geschaffen vom Architekten Dieter Steuer, im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken. Von dort rettete sie Theiss-Geschäftsführer Giuseppe Nardi vor, nachdem die Attraktion aufgegeben worden war (wir berichteten).

Nun werden die Miniatur-Bauwerke in besagter Halle auf ihre Wiederauferstehung vorbereitet. Doch wohin mit der dann neuen Gulliver-Welt. Die Antwort auf diese Frage beschäftigt Giuseppe Nardi, der an diesem Morgen zusammen mit Theiss- Berater Joachim Rippel, früherer Homburger Oberbürgermeister und ehemaliger Saar- Wirtschaftsminister, für unsere Zeitung die Halle öffnet. Nach Homburg soll sie, dass ist das erklärte Ziel von Nardi. Und die Reaktion der Menschen auf die Präsentation des Eiffelturms für zehn Tage an der Homburger Talstraße vor Kurzem gibt ihm Recht: Es scheint, als wären die Homburger hungrig auf die Gulliver- Welt. Doch die Schau braucht Platz, allein der Petersdom misst 17 Meter Gesamt-Länge, erzählt Nardi.

Und, wie Rippel ergänzt: „Dieses Stück Kultur braucht einfach Fläche. Ein zu enges Aufeinander der Miniaturen wird dem Eindruck insgesamt schaden.“ Gegenwärtig in der Diskussion ist das Areal des ehemaligen Freibades als wohl bester Standort für den Wiederaufbau. Dort wäre das gegeben, was Giuseppe Nardi für unverzichtbar hält: „Das Gelände muss eingezäunt sein, wir müssen dort Wege anlegen können.“ Denn ihm geht es nicht nur darum, die Gulliver-Welt wieder aufzubauen. Sie soll sich auch als Bildungsort präsentieren: mit einem Audio-System in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch und im Erklärungsumfang angepasst an unterschiedliche Zielgruppen, vom „jungen Grundschüler bis zum Gymnasiasten“, erklärt Rippel.

„Die neue Gulliver-Welt soll auch ein kulturell-lernpädagogisches Projekt sein.“ Dafür haben sich die Theiss-Verantwortlichen Lehrer und Schüler der drei Homburger Gymnasien mit ins Boot geholt. Die arbeiten derzeit an der Verwirklichung des Audio-Systems, wie Helga Müller aus dem Theiss-Marketing schildert. Für all das wünscht sich Nardi einen Standort in Homburg - und von den Verantwortlichen der Stadt eine entsprechend positive Entscheidung. Die müsse bis spätestens September fallen. Nardi: „Wir haben auf dieses Projekt unglaublich viel positive Resonanz erhalten.

Aber jetzt geht es darum, sich mit dessen Realisierung auseinander zu setzen. Wir wissen natürlich, dass die Stadt Homburg finanziell nicht aus dem Vollen schöpfen kann.“ Aber, so Joachim Rippel im selben Atemzug, es gelte, auch hier in einer öffentlich-privaten Partnerschaft aktiv zu werden. „Man muss für dieses große Angebot ein bisschen in die Tasche greifen.“ Denn, so Rippel: „Hier wird ein weit über die Stadtgrenzen sichtbares Projekt angeboten.“ Andernorts ist man sich der Strahlkraft einer neue Gulliver- Welt bewusst. So habe Bexbach sehr engagiert für den Standort Blumengarten als neue Heimat geworben.


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