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Kompetenz-Test hilft bei der Berufswahl

Regionalverband. Die Zahlen sind alarmierend: 378 Schulabgänger verließen 2006/2007 die Schule im Saarland ohne Hauptschulabschluss. 19,3 Prozent davon waren Einwandererkinder. Nur 6,7 Prozent der jungen Migranten schafften die mittlere Reife, 2,5 Prozent das Abitur. Diese Zahlen präsentierte Volker Guthörl, Abteilungsleiter Bildung bei der Arbeitskammer, in dieser Woche während einer Fachveranstaltung im Saarbrücker Schloss. Die jungen Einwanderer blieben wesentlich öfter ohne Abschluss als die Deutschen. Dadurch sei vorprogrammiert, dass diese Jugendlichen irgendwann auf Hartz IV angewiesen seien, sagte Guthörl. Zahlen für den Regionalverband konnte er nicht nennen.

Das neu eingerichtete Koordinierungsbüro Saarbrücken (Kosa) des Regionalverbandes hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Kosa will das Problem angehen, dass viele Jugendliche den Übergang von der Schule in den Beruf nicht oder mit großer Verspätung schaffen. Guthörl forderte: „Wir müssen die Anstrengungen deutlich erhöhen.“ Denn der Anteil der Migranten an den Jugendlichen insgesamt werde trotz Bevölkerungsrückgang weiter zunehmen – und damit die sozialen Probleme, meinte Guthörl.

Also was tun? Er fordert mehr Förderunterricht für die Einwandererkinder in kleinen Gruppen an den Schulen. Außerdem müsse die Berufsvorbereitung für alle Jugendlichen früher beginnen. Auch die hohe Zahl der Ausbildungsabbrecher dürfe man nicht hinnehmen. Das sah auch Dr. Tim Brüggemann von der Universität Münster so. 25 Prozent der Jugendlichen in Ausbildung würden bundesweit aufgeben. Das könne sich die Gesellschaft nicht leisten. Angesichts des Bevölkerungsrückgangs komme es auf jeden Beitragszahler in die Rentenkassen an. Den Übergang von der Schule in den Beruf bezeichnete Brüggemann als „Schlüsselübergang“. Dabei bräuchten die Schüler Hilfe. In Nordrhein-Westfalen habe man mit dem Kompetenz-Check gute Erfahrungen gemacht. 87 Prozent hätten gesagt, diese Stärken-Schwächen-Analyse sei hilfreich bei der Berufswahl gewesen. Jeder Zweite der Befragten wollte dafür sogar einen Teil des Taschengeldes opfern. Ein wichtiges Signal, findet Brüggemann.

Im Foyer stellten Schulen aus dem Regionalverband ihre Aktivitäten vor. So machen die Schüler der Erweiterten Realschule Klarenthal ein Drei-Wochen-Praktikum als Berufsvorbereitung. Außerdem gibt es Tipps für Telefongespräche mit Unternehmen und Bewerbungen. Die Fördergesellschaft des Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrums Sulzbach mbH stellte das „Duale Berufsgrundbildungsjahr“ vor, zu dem auch ein Praktikum in einer Firma gehört. An drei Tagen sind die Jugendlichen dabei im Betrieb, an zwei Tagen in der Schule. Das soll die Chancen auf eine Lehrstelle erhöhen. Die Erweiterte Realschule Sulzbach stellte ihre Schülerfirma vor. Dabei lernen die Schüler wirtschaftliche Zusammenhänge kennen. Hier arbeitet die ERS eng mit der Firma Hydac zusammen. Bereits in den Klassen 5 und 6 gebe es eine erste Berufs-Frühorientierung, berichtete Rektor Gerd Wagner. 
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