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Kontroverse im Saar-Sport: Fußball oder Futsal?

Saarbrücken. „Ich muss gestehen, ohne das Körperliche ist das für mich kein richtiger Fußball.“ Wie Oliver Braue, Trainer des Hallenmasters-Siegers FC Wiesbach, denken viele Aktive und Zuschauer im Saarland über Futsal. Was normalerweise eine Geschmacksfrage wäre, ist in den vergangenen Wochen zum Politikum geworden – oder zumindest auf dem besten Weg dahin. Denn nach einer Richtlinie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) darf ab dieser Saison im Jugendbereich in der Halle nur noch Futsal gespielt werden. Und damit scheint des Fußball-Saarländers liebstes Kind, das Hallenmasters bedroht.

Die Einführung von Futsal in der Jugend als erster Schritt, um bei Aktiven auf Futsal umzustellen – und damit der Anfang vom Ende des Hallenmasters? Franz Josef Schumann, Präsident des Saarländischen Fußballverbandes (SFV), winkt ab: „Dafür läuft das Masters viel zu gut. Wir wollen daran nichts ändern.“ Und vom DFB kämen keine Signale, dass in naher Zukunft bei den Aktiven Futsal gespielt werden muss: „Wir ernten viel eher Bewunderung vom DFB und anderen Verbänden für das Hallenmasters.“ Adalbert Strauß, der Vorsitzende des SFV-Verbandsspielausschusses, bestätigt, dass „das Erfolgsmodell Hallenmasters bestehen bleiben wird“.

Unbegründet scheint die Angst vieler Aktiver nicht zu sein. Denn Strauß sagt trotz des – vorerst – klaren Bekenntnisses zum Hallenmasters auch, dass in den kommenden Wochen die Übernahme einiger Futsal-Regeln in die Hallenmasters-Regularien im SFV-Verbandsausschuss besprochen werden soll. Welche das – wenn überhaupt – sein werden, steht noch nicht fest. Trotzdem soll sich „am Grundprinzip Hallenfußball nichts ändern“.

Helmut Berg, Trainer des FV Eppelborn, mit dem er zwei Mal (2006/2007) den Titel im Hallenmasters holte und 2007 im Futsal-Uefa-Cup spielte, sagt: „Futsal im Masters einzuführen, muss eine Entwicklung über Jahre sein. Solange das Hallenmasters in seiner jetzigen Form so boomt, sollte es so bleiben. “ In dieser Saison wird das Masters erstmals nicht mehr von Paul Scheer – „Mister Hallenmasters“ – organisiert. Er ist im Fußball-Ruhestand. Wie groß die Lücke, die der 80-Jährige hinterlässt, ist, zeigt sich an der Nachfolgeregelung. In Zukunft werden sich Strauß, sein Stellvertreter Berthold Müller und der Kreisvorsitzende Westsaar, Erich Brücker, um das Masters kümmern. „Alleine wäre das gar nicht zu bewältigen“, erklärt Strauß.

Das Erbe ist umfangreich. Schon die ersten Entscheidungen betreffen nichts weniger als die Zukunft des Hallenmasters. Denn das Interesse bei Spielern und Zuschauern am Futsal tendierte in den vergangenen Jahren im Vergleich zum Hallenmasters gegen Null. Das eigentliche Masters hingegen zieht von Jahr zu Jahr mehr Zuschauer an. Auch in den vergangenen drei Jahren stiegen die Zuschauerzahlen wieder von 42 000 (2007) auf 43 000 (2009) an. Eine Entwicklung, die wohl niemand beim SFV aufs Spiel setzen möchte – auch nicht auf Druck des DFB. Janek Böffel 
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