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„Kooperatives Studium“: Praxiserfahrung in Unternehmen sammeln

Begleitend zu ihrem Studium arbeitet Mechatronik-Studentin Sophie Nalbach im saarländischen Unternehmen Hydac. Für eine Ölpumpe (im Bild) hat sie einen Sensor entwickelt, der die Zähflüssigkeit verschiedener Öle messen kann.

Begleitend zu ihrem Studium arbeitet Mechatronik-Studentin Sophie Nalbach im saarländischen Unternehmen Hydac. Für eine Ölpumpe (im Bild) hat sie einen Sensor entwickelt, der die Zähflüssigkeit verschiedener Öle messen kann.

  Nachhilfe-Lehrer, Kellner oder wissenschaftliche Hilfskraft: Viele Studenten haben einen Nebenjob, um sich so ihr Studium zu finanzieren. Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit, während der Uni-Zeit Geld zu verdienen und dabei gleichzeitig wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln. Beim sogenannten kooperativen Studium drücken Studenten nicht nur die Hörsaal-Bank, sondern arbeiten mehrere Stunden pro Woche in einem Betrieb ihrer Wahl. Im Unterschied zum dualen Studium sind diese sogenannten Praxis-Einheiten jedoch nicht fest in den Studienplan integriert, sondern die Studenten machen neben dem normalen Uni-Alltag quasi freiwillig Überstunden in der Arbeitswelt.

„Beim kooperativen Studium sieht man, wofür man die Grundlagen aus den Vorlesungen braucht“, erklärt Sophie Nalbach. Die 23-Jährige aus Dillingen studiert seit 2009 Mechatronik an der Universität des Saarlandes. Daneben ist sie seit drei Jahren bei dem Sulzbacher Unternehmen Hydac beschäftigt. Hier hilft sie zwei- bis dreimal pro Woche, hydraulische Systeme zu entwickeln. „Die Arbeitszeit kann man sich frei einteilen, je nachdem, wie gerade der Stundenplan aussieht.“

Insgesamt müssen Bachelor-Studenten 400 Stunden pro Studienjahr in ihrem Betrieb arbeiten, im Master sind es 590 Stunden. Auch die Bachelor- und die Masterarbeit werden in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen geschrieben. Gleichzeitig muss Sophie Nalbach an der Uni dieselben Kurse wie ihre Kommilitonen absolvieren, „ohne Schonprogramm“, wie die Studentin betont. Im Gegenzug erhält sie von ihrem Unternehmen ein festes Gehalt, das in etwa dem von Auszubildenden entspricht. Außerdem zeigen die Arbeitgeber Verständnis, wenn gerade mal wieder Prüfungen anstehen. „Die Uni geht vor.“

Für die Unternehmen sind Studenten wie Sophie viel wert. „Das kooperative Studium ist ein hervorragendes Instrument, um Nachwuchs heranzubilden“, erklärt Christa Gräber von der Firma Hydac. Neben Sophie arbeiten noch sechs weitere Studenten der Saar-Uni im Unternehmen. Insgesamt beschäftigt Hydac 55 Studenten, die sich für ein kooperatives Studium entschieden haben. Diese kommen auch von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und den Fachhochschulen Kaiserslautern und Trier. Ihre Berufsaussichten sind sehr gut. „Die Übernahmequote liegt bei fast 100 Prozent“, erklärt Gräber. Bewerben können sich Studenten theoretisch ab dem ersten Fachsemester, Interessierte sollten allerdings besser schon theoretische Grundlagen aus dem Studium mitbringen, so Gräber. Sophie Nalbach hat zunächst zwei Semester studiert, bevor sie sich beworben hat.

Nicht nur angehende Mechatroniker, auch Studenten anderer Fachrichtungen können an der Saar-Universität ein kooperatives Studium absolvieren. So arbeiten bei Hydac und anderen saarländischen Unternehmen wie der Dillinger Hütte auch Studenten aus den Bereichen Informatik und Werkstoffwissenschaften. Außerdem bietet der Lehrstuhl für Bankbetriebslehre bereits seit 20 Jahren ein kooperatives Studium mit der Sparkasse Saarbrücken und seit einigen Jahren auch mit der SaarLB an. Dabei durchlaufen die Studenten parallel zum Studium eine Banklehre.

Auch an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) ist man von den Vorzügen des kooperativen Studiums überzeugt. Es gehe vor allem darum, das Gelernte in die Praxis umzusetzen und notwendiges Spezialwissen zu erwerben. „Der Student soll das, was er im Hörsaal hört, in der Praxis überprüfen können“, erklärt HTW-Sprecherin Katja Jung. Seit über zehn Jahren können Studenten an der HTW ein kooperatives Studium absolvieren. Aktuell arbeitet die Hochschule mit 104 Unternehmen zusammen. 210 Studenten nehmen im Moment an dem Programm teil. Fast alle Studiengänge sind laut Jung vertreten, besonders gefragt seien Ingenieurwissenschaften. „Aber auch die Betriebswirtschaft ist stark im Kommen.“
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