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Kormorane fallen übers Saarland her

Saarbrücken. Die Fischräuber fallen von Weitem auf. Schon, weil die Kormorane mit ihrer Körpergröße von über einem halben Meter zu den größten Vögeln in der Stadt gehören. Die Spannweite ihrer Flügel kann sogar bis knapp 1,5 Meter betragen. Eigentlich, so vermuten viele, halten sich die umgangssprachlich auch See-Raben genannten Tiere, vermehrt in unbesiedelten Gebieten auf.

Besorgte Bürger

Zuletzt wurden aber immer mehr Raubvögel in der Innenstadt von Saarbrücken gesehen, weshalb einige Bürger besorgt bei der Saarbrücker Zeitung angerufen haben. Ihre größte Sorge ist, dass die Kormorane jetzt die Saar leer fischen.

„Kormorane leben bereits seit Jahrzehnten hier“, berichtet Saarbrückens Zoodirektor Richard Francke auf Nachfrage der SZ. Mit den Raben seien sie, anders als ihr Spitzname das vermuten lasse, allerdings nicht verwandt. „Die einzige Gemeinsamkeit zwischen Kormoranen und Raben ist, dass beide unter Naturschutz stehen“, informiert der Tierexperte weiter.

Francke verweist auf Brutkolonien an der Saar in Höhe Güdingen und an der Saarschleife und erklärt, dass die Tiere keineswegs unproblematisch sind. In der Nähe der genannten Brutkolonien sei der Waldboden durch den Vogeldung stark angegriffen. Und auf die Fischvorkommen in der Saar wirke sich der Kormoran-Bestand ebenfalls negativ aus. „Die Zahl der Äschen ist zum Beispiel durch die große Zahl der hier lebenden Fischräuber stark reduziert“, sagt der Zoologe.



Raben und Elstern

Kein Wunder also, dass viele Menschen Kormorane für eine Plage halten. Wie Raben und Elstern, die ja auch unter Naturschutz stünden, auch. Und somit haben die fälschlich sogenannten See-Raben, die sich ausschließlich von Fisch ernähren, mit den Stadt-Raben mehr zu tun, als ihr Verwandtschaftsverhältnis vermuten ließe.

Hintergrund

Kormorane sind hoch spezialisierte Tiere, die ideal an ihren Lebensraum angepasst sind. Die Tiere ernähren sich ausschließlich von Fisch. Das Gefieder ist nicht wie bei anderen Vögeln durch die fettige Ausscheidung einer Drüse wasserabweisend. Beim Tauchen saugt es sich daher voller Wasser und ermöglicht es dem Vogel, bei der Jagd schnell die richtige Tiefe zu erreichen. Der Kormoran kann so zwar tiefer tauchen, muss aber anschließend sein Gefieder trocknen. Dazu spreizt er seine Schwingen weit ab und erinnert in dieser Position von Weitem an ein großes schwarzes Kreuz.

Die Vögel brüten in Kolonien am Rande größerer Gewässer. Auch die Jagd betreiben sie oft in Gruppen und treiben sich dabei gegenseitig die Beute zu. Das ist so effektiv, dass die Tiere erhebliche Schäden in Fischereigewässern anrichten können. Kormorane unterliegen nicht dem Jagdrecht. aw

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