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Kostenlawine: Zu viele alte Kanalsysteme im Saarland

Saarbrücken. Zahlreichen Kommunen an der Saar droht eine hohe Kostenlawine, wenn sie ihre Trinkwasser- und Abwasser- Rohrsysteme nicht hinreichend erneuern. Darauf weist der Geschäftsführer des Spezialrohrherstellers Saint Gobain Pam Deutschland, Burkhard Schmolck (52), hin. Es sei nachvollziehbar, dass Städte und Gemeinden sparen müssen. Allerdings würden ohne Erneuerung von teilweise bis zu 100 Jahre alten Rohrsystemen wegen zu erwartender Schäden und Reparaturen die Kosten noch weiter deutlich ansteigen und auf die nächste Generation abgeschoben. Durch weiteres Zuwarten seien auch Beeinträchtigungen der Trinkwasserversorgung durch Leckstellen und Wasserrohrbrüche nicht ausgeschlossen. Saint Gobain Pam Deutschland beliefert mit 360 Mitarbeitern, davon ein Drittel Franzosen, und einem 2011 getätigten Jahresumsatz von knapp 120 Millionen Euro fast alle Stadtwerke und Kommunen an der Saar. Im Bundesgebiet gehören größere Wasserversorger zu den Kunden, die Städte München, Berlin und Hamburg, aber beispielsweise auch die RAG, der Rhein-Main- Flughafen Frankfurt sowie das Mercedes-Werk in Kassel.

40 Prozent des Umsatzes werden im Inland getätigt, 60 Prozent im Export. „In Europa sind wir in fast jedem Land aktiv“, sagt Schmolck. 640 unterschiedlichste Rohrprodukte kommen aus der Produktion am Standort Brebach. In der Herstellung beschreitet Saint Gobain Pam besondere Wege. So entstehen alle Rohre aus Recyclingprodukten. Im Schnitt dauert der gesamte Fertigungsprozess für ein Rohr 28 Stunden.

Produziert wird im Drei- Schicht-Betrieb an fünf Tagen, erläutert Werksdirektor Joachim Poensgen (56). Die Fluktuation im Unternehmen ist sehr gering. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 25 Jahren, nicht wenige sind schon 45 Jahre dabei. Rund 36 Prozent des Umsatzes kommen inzwischen durch Produkte zustande, die jünger sind als fünf Jahre. Dazu gehören zum Beispiel besonders dünnwandige, damit um 50 Prozent leichtere und ressourcenschonende Rohre „Blutop“. Die Entwicklungszeiten sollen weiter verkürzt werden, um Innovationen noch schneller auf den Markt bringen zu können. Gleichzeitig werden die Tätigkeitsfelder ausgebaut. So profiliert sich Saint Gobain Pam Deutschland verstärkt in den Bereichen Grubenentwässerung und erneuerbare Energien.

Da sich der Einkauf der Rohstoffe für die Produktion stark verteuert hat, kündigt Schmolck Preiserhöhungen im laufenden Jahr an. Zudem werden Maßnahmen ergriffen, um auch in den internen Betriebsabläufen Kosten weiter zu senken und gleichzeitig die Flexibilität weiter zu steigern. Eine schnelle Erholung der europäischen Märkte sei nicht zu erwarten. Mit den Standortbedingungen an der Saar zeigt sich Schmolck sehr zufrieden.

Die Kooperation mit der Universität verlaufe hervorragend. Von dort bekomme man sehr gute Diplomanden und Mitarbeiter. Saint Gobain Pam Deutschland gehört zur Saint Gobain Gruppe, die als zehntgrößtes französisches Unternehmen in 64 Ländern aktiv ist.

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