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Kostenloses Schulobst: Saarland startet Versuch

Saarbrücken. Im Grundsatz sind sich alle einig, ob rechts oder links, ob Bund oder Länder: Die Kinder in Deutschlands Schulen ernähren sich ungesund. Um die zunehmende Fettleibigkeit zu bekämpfen, sollen die Schulen kostenlose Äpfel, Orangen, Bananen und knackiges Gemüse anbieten. Soweit der Plan der Europäischen Union aus dem Jahr 2008. Brüssel würde Deutschland rund 20 Millionen Euro im Jahr zuschießen, wenn die Bundesrepublik den Betrag noch einmal um die gleiche Höhe aufstockt.

Doch beim Geld hört die Einigkeit auf: Die Bundesregierung will, dass die Länder für die Kosten aufkommen. Die meisten Länder wiederum sehen den Bund in der Pflicht. Sie riefen Mitte Juli im Bundesrat deshalb den Vermittlungsausschuss an, der sich des Obst-Streites aber voraussichtlich nicht mehr vor der Bundestagswahl am 27. September annehmen wird. Erst wenn klar ist, wer zahlt, fließt auch das Geld aus Brüssel..

Das Saarland war aus der Ablehnungsfront der Länder ausgeschert und wäre durchaus bereit gewesen, das Schulobst auch aus der Landeskasse zu zahlen. Dafür waren bereits 300 000 Euro eingeplant. Angesichts der Hängepartie im Bundesrat beginnt das Saarland in der kommenden Woche, der ersten Schulwoche nach den großen Ferien, mit einem Test: Bis zu den Herbstferien werden sechs Grundschulen mit Obst und Gemüse beliefert. Einen saarländischen Alleingang mit flächendeckendem Schulobst-Programm hatte das zuständige Umweltministerium abgelehnt. Sobald sich Bund und Länder über die Finanzierung einig sind und das Geld aus Brüssel fließt, soll es dann für alle saarländischen Grundschüler kostenloses Obst und Gemüse geben. Dies sei „allerfrühestens“ nach den Herbstferien möglich, sagte ein Sprecher von Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU)..

Bei dem Test an sechs Grundschulen soll unter anderem die Belieferung erprobt werden. Dreimal pro Woche werden die Schüler das Obst und Gemüse in der Klasse gemeinsam reinigen, zerkleinern und verzehren..

Zehn Prozent der Frucht müssen ein Bio-Siegel tragen, Äpfel laut Ministerium „zwingend“ aus dem Saarland stammen. „Davon profitieren auch unsere saarländischen Landwirte“, freut sich der Geschäftsführer des Saarländischen Bauernverbandes, Hans Lauer. Die Kinder müssten dazu gebracht werden, dass sie später als kaufkräftige Verbraucher ebenfalls Obst und Gemüse aus der Region kauften. Die Gesamtlandeselternvertretung (GLEV) dringt auf eine Ausweitung des Projekts. Zudem könnten Klassen ihr Obst hin und wieder selbst ernten, Eltern auch bei der Verteilung der Früchte helfen, sagt GLEV-Chefin Waltraud Andruet.
Daniel Kirch (SZ)
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