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Kostet uns ein Liter Benzin bald zwei Euro?

Berlin. Durchschnittlich 1,50 Euro pro Liter müssen Autofahrer derzeit für einen Liter Super E10 an den Tankstellen zahlen. Sprit ist so teuer wie nie zuvor in Deutschland, weil die Mineralölkonzerne in den vergangenen Tagen insbesondere die Preise für Super und Diesel kräftig angehoben haben.

Hintergrund der jüngsten Preiserhöhungen sind die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Ölland Libyen, die den Ölpreis noch einmal nach oben getrieben haben: Die Nordsee-Sorte Brent kostete gestern Nachmittag 110 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Die Konzerne würden die steigenden Öl-Notierungen umgehend an ihre Kunden weitergeben, heißt es beim ADAC. Das derzeitige Preisniveau hält ADAC-Sprecher Andreas Hölzel für „absolut angemessen“.

Nach Ansicht der Grünen wird der Benzinpreis auch noch weiter steigen: „Auf Dauer ist nicht mehr mit sinkenden Preisen zu rechnen. Es ist deshalb nicht mehr die Frage ob, sondern wann der Autofahrer deutlich mehr als zwei Euro pro Liter Sprit zahlen muss“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn.

Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) fürchtet die „Preisauftriebstendenzen“, die es gebe. Wenn sich die die Lage in Libyen beruhigt habe, „wird es auch eine gewisse Preisberuhigung an den Märkten geben“, hofft der Minister. Davon geht auch Rainer Wieck vom Energie Informationsdienst aus. Er sieht nur den jüngsten Anstieg der vergangenen Tage in Verbindung mit den Unruhen in Libyen.  Dies sei aber noch keine Öl-Krise, denn Saudi-Arabien könne einen Ausfall Libyens über vorhandene Reserven kompensieren.



Höhn führt den aktuell hohen Ölpreis auch auf Finanzspekulationen und die zunehmende Verknappung des Erdöls zurück. Dadurch seien die Kosten in den vergangenen Jahren von 40 auf knapp 100 Dollar pro Barrel gestiegen. „Wir stehen am Anfang einer immer stärker wachsenden Versorgungslücke beim Erdöl. Entweder wir fangen jetzt schleunigst mit der Entziehungskur an, oder wir werden zeitnah dazu gezwungen, weil die Preise explodieren“, so Höhn.

Dieser Haltung widerspricht Experte Wieck: „Von einer Öl-Verknappung kann man derzeit nicht sprechen. Die Lager sind voll und die Opec produziert seit langer Zeit über Quote. Es herrscht kein Mangel – aber es gibt eine hohe Erwartungshaltung. Und die treibt den Preis.“

Dass die Ölpreise noch Luft nach oben haben, davon geht auch Kai Carstensen vom Münchener Ifo-Institut aus: „Die Auswirkungen der arabischen Krise auf den Ölpreis sind ja noch sehr begrenzt“, sagt er. Sollte die Krise sich weiter ausbreiten, würde das erhebliche weitere Steigerungen nach sich ziehen: „Wenn man das Undenkbare denkt, dass in Saudi-Arabien etwas Ähnliches passiert, dann sind ganz andere Ölpreisanstiege denkbar“. Davon ist auch Wieck überzeugt: „Dann haben wir keine Ölpreiskrise mehr, sondern eine Ölkrise.“ has/jwo
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