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Kräuter-Drogen gefährden junge Saarländer

Saarbrücken. Etwa 60 unterschiedliche synthetische Cannabinoide sind auf dem Markt, werden als legale Drogen in über 260 Kräutermischungen verkauft. Eine Zahl, die Kriminalhauptkommissar Peter Merscher, zuständig beim saarländischen Landeskriminalamt für den Bereich synthetische Drogen, jetzt nannte. Die Anbieter dieser Modedrogen wiegen sich demnach in Sicherheit, glauben, das Wort „legal“ schütze sie. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen acht Händler aus dem Saarland wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- oder Arzneimittelgesetz, davon zwei Besitzer von Internet-Shops.



„Ein Lotteriespiel für die, die es nehmen“

Es brauche nicht viel, die Molekular- Struktur dieser Droge so zu verändern, um neues künstliches Cannabis legal zu produzieren. „Das ist einfache Grundchemie“, sagte Merscher. Die Produzenten nähmen die Risiken für Konsumenten bewusst in Kauf. „Aus reiner Profitgier“, sagte Merscher. Welche Substanz in welcher Konzentration genau der Kräutermischung zugesetzt werde, wisse der Konsument nicht. Und das mache die Droge so gefährlich. „Ein Lotteriespiel für die, die es nehmen“, sagte Merscher. Die Zahlen aus den vergangenen drei Monaten zeigen es: Zehn Jugendliche mussten nach dem Konsum intensivmedizinisch behandelt werden, der jüngste war 13 Jahre alt. Merscher spricht allerdings von einer hohen Dunkelziffer. Nicht jeder, der nach dem Konsum gesundheitlich beeinträchtigt wurde, sei ins Krankenhaus gekommen. Und einigen, die in komatösem Zustand eingeliefert worden seien, habe der Konsum von Kräuterdrogen nicht nachgewiesen werden können, weil der Alkohol vordergründig eine Rolle spielte.

„Das Thema Koma-Saufen verdrängt hier die Tatsache, zusätzlich Kräuterdrogen genommen zu haben“, so Merscher. Im Saarland ist der Konsum dieser Modedroge nach Kripo- Angaben rasant gestiegen. Die Nachfrage bestimme das Geschäft und die Händler zeigten keine Skrupel, das gefährliche Produkt mit hohem Gewinn zu verkaufen. Seit November deckten die Kripobeamten in 13 Fällen den Handel mit Kräuterdrogen auf.

Physiologische und psychische Störungen

Vier Substanzen von 60 künstlichen Cannabinoiden fallen bisher unter das Betäubungsmittelgesetz, bei Verstößen dagegen müssen die Händler mit bis zu drei Jahren Haft rechnen. Wird neuen Produkten nachgewiesen, dass der Konsum erhöhte physiologische und psychische Störungen zur Folge hat, kann im Sinne des Arzneimittelgesetzes gehandelt werden, demnach wird das „in Verkehr bringen bedenklicher Arzneimittel“ geahndet. Geldbußen und bis zu drei Jahren Haft hat der überführte Händler dann zu erwarten, wie Merscher erklärte. Abgesehen davon, dass ohnehin in den meisten Fällen die Steuerfahndung zusätzlich eingeschaltet werde. Der amerikanische Mediziner John W. Huffman forschte nach synthetischen Cannabinoiden, um sie unter anderem in der Krebstherapie einzusetzen. Verschiedene Substanzen tragen daher heute sein Kürzel, werden als JWH bezeichnet. Das JWH-18 kam als erstes auf die Verbotsliste des

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