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Kraftwerke-Paradox in Lothringen

So soll das Kraftwerk in Hambach nach seiner Fertigstellung 2013 aussehen.

So soll das Kraftwerk in Hambach nach seiner Fertigstellung 2013 aussehen.

Saarbrücken. In Lothringen verstehen viele Bürger, auch manche Journalisten, die Welt nicht mehr. Während vor dreieinhalb Jahren der Bau eines Gaskraftwerks in St. Avold, am Standort Emile Huchet, als sinnvoll für Frankreich eingestuft wurde, kam nun für ein ähnliches Projekt in Hambach, nahe des Industrieparks des Smart-Werks, ein gegenteiliges Urteil: nicht sinnvoll. Und das für zwei Gaskraftwerke, die beide auf der Gas- und Dampfturbinentechnik beruhen, Luft und Wasser wenig verschmutzen und zudem eine vergleichbare Kapazität besitzen. In St. Avold sind es zwei Mal 400 Megawatt, in Hambach zwei Mal 450 MW.

Auch für die in Metz erscheinende Zeitung "Républicain Lorrain" ist eine solch unterschiedliche Behandlung zweier ähnlicher Projekte nicht ganz einleuchtend. In der Öffentlichkeit fiel das Echo während der Planoffenlegung sehr unterschiedlich aus. Während es gegen das Kraftwerk von Hambach insgesamt 383 Einwendungen in kurzer Zeit gab, notierte man in St. Avold derer nur zwei; die einer Familie und die einer Umweltorganisation. Zudem erfasst im Raum Saargemünd, seit die Pläne für Hambach bekannt wurden, der politische Unmut auch konservative Kreise. In St. Avold dagegen, wo man inzwischen um jeden Arbeitsplatz fürchtet, treten alle politischen Kräfte für die Erneuerung des lothringischen Kraftwerkeparks ein.

Allerdings scheint für die "Centrale Energique" von Hambach noch nicht das letzte Wort gesprochen zu sein. Trotz des ungünstigen Votums der Kommission, die die Planoffenlegung begleitete ("nicht sinnvoll"), kann der Präfekt in nächster Zeit noch eine positive Entscheidung treffen. Eine Reihe von politischen Beobachtern gehen auch davon aus, dass es so kommt. Sie gehen davon aus, dass man zunächst die Regionalwahlen im März abwarten will, bevor man endgültig zu den Kraftwerksplänen in Hambach Stellung nimmt.

Unterdessen hat die saarländische Umweltministerin Simone Peter darauf hingewiesen, dass bei den Kraftwerken im Saar-Lor-Lux-Raum erhebliche Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen erforderlich seien - eine günstige Ausgangslage, um den Anteil der erneuerbaren Energien an der Strom- und Wärmeerzeugung auf 20 Prozent zu steigern. Auch im Wärmebereich, also nicht nur bei der Erzeugung von Strom, solle eine deutliche Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien erreicht werden. Die Umweltministerin zu unserer Zeitung: "In der Großregion werden wir zeitnah in einen konstruktiven Dialog eintreten, um die neuen Schwerpunkte grenzüberschreitend umzusetzen."

Bei Ersatzinvestitionen, so Simone Peter weiter, seien Kraftwerke auf Erdgasbasis grundsätzlich als sinnvoll zu bewerten, weil Erdgas als der sauberste fossile Brennstoff gelte und der CO2-Ausstoß bei der Anwendung der Gas- und Dampfturbinen-Technik deutlich geringer sei als bei Kraftwerken auf Kohlebasis.

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