A620 Saarlouis - Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Luisenbrücke und AS Saarbrücken-Bismarckbrücke in beiden Richtungen mit Hochwasser ist zu rechnen Eine Einrichtung der Hochwasserumfahrung auf der A 620 für den späten Nachmittag/ Abend kann zur Zeit nicht ausgeschlossen werden. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich nicht im Umfahrungsbereich/ Gefährdungsbereich abzustellen und die mögliche Sperrung in die Fahrzeit einzuberechnen. (11.12.2017, 16:21)

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Kramp-Karrenbauer (CDU): Integration im Saarland besonders schwierig

Vor dem 2. Integrationskongress hat SZ-Redakteur Thomas Schäfer mit Saar-Arbeitsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gesprochen.

Frau Kramp-Karrenbauer, schafft sich Deutschland ab?
Kramp-Karrenbauer: Sicher nicht. Aber natürlich hat das Deutschland des Jahres 2010 ein anderes Gesicht als das Deutschland 1950. Zum Buch von Herrn Sarrazin sage ich: Es trägt zur Problemlösung nichts bei.

Hat Sarrazin keine Ahnung?
Kramp-Karrenbauer: Vieles, was er anspricht, ist täglich Brot für jeden, der sich mit Integration befasst. Aus meiner Sicht hat Sarrazin nur die extremen Negativfolgen genannt und alles Positive ausgeblendet.  Im Übrigen hat gerade die CDU keinen Nachholbedarf, die Probleme beim Namen zu nennen. Wir haben schon vor langer Zeit gefordert, dass Deutsch sprechen können muss, wer hier leben will. Damals ist das als „Zwangsgermanisierung“ verunglimpft worden.

Inzwischen fordert selbst der SPD-Chef ein hartes Durchgreifen gegen Integrationsunwillige...
Kramp-Karrenbauer: Das ist das nächste Problem: Es wird der Eindruck erweckt, als sei es ganz einfach, diese Menschen abzuschieben. Das wäre rechtlich aber ebenso bedenklich wie das, was Frankreich mit den Roma macht. Es ist unglaublich schwer, jemanden in irgendeiner Form zu sanktionieren, weil er nicht so funktioniert in der Integration, wie wir uns das wünschen

Wie groß sind die Probleme mit Zuwanderern im Saarland?
Kramp-Karrenbauer: Wir sind sicher nicht so betroffen wie Berlin oder andere Großstädte. Wo es Probleme gibt, ist vor allem im fortschreitenden Alter der Mädchen, weil dann Vorstellungen in den Familien gelebt werden, die unserem Wertesystem diametral gegenüberstehen. Auch Zwangsverheiratung ist ein Thema bei uns. Ich sage klipp und klar: Da müssen wir gegenhalten.

Was sind weitere Probleme?
Kramp-Karrenbauer: Generell haben wir eine sehr spezielle Zuwanderung, was an unserer Industrie-Geschichte liegt.  Dort wurden über viele Jahre Arbeiter gebraucht, die – auch das gehört zur Wahrheit – einen Beitrag zum Wohlstand geleistet haben. Doch es hat auch dazu geführt, dass bis heute vor allem Menschen aus Regionen etwa der Türkei zu uns kommen, die sicherlich die traditionellsten Familienbilder und Rollenfestlegungen haben und wo viele über eine geringe Schulbildung verfügen. Das macht es noch schwieriger, Kinder von Migranten über die Schule für den Arbeitsmarkt fit zu machen.

Um Ausbildung und Arbeit geht es beim 2. Integrationskongress...
Kramp-Karrenbauer: Ja, jeder fünfte Ausländer im Saarland ist arbeitslos. Sie sind eine der Gruppen, die uns die größten Sorgen bereiten. Auf der anderen Seite wird die Saar-Wirtschaft bald einen deutlichen Fachkräftemangel spüren. Daher müssen wir die Potenziale, die noch nicht genutzt werden, besser ausschöpfen.

Glauben Sie, dass die Integrationsprobleme zu packen sind?

Kramp-Karrenbauer: Es gibt keine Alternative. Nur kann man nicht erwarten, dass Lösungen von heute auf morgen von oben verordnet werden. Das muss sich entwickeln – auf beiden Seiten.

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