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Kramp-Karrenbauer: IT-Gipfel nutzt dem Saarland

Neue Technologien und eine stärkere Zusammenarbeit von Mensch und Maschine erfordern auch mehr Weiterbildung. Foto: dpa</p>

Neue Technologien und eine stärkere Zusammenarbeit von Mensch und Maschine erfordern auch mehr Weiterbildung. Foto: dpa

Was erwarten Sie vom IT-Gipfel am 16. und 17. November in Saarbrücken?

Kramp-Karrenbauer: Auf dem Gipfel werden die Bundeskanzlerin, sechs Bundesminister und über 1000 Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. Wir werden unsere Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich der Informationstechnologien (IT) vorstellen, sowohl in der Wirtschaft als auch in der Wissenschaft. Bildung ist das Hauptthema des Gipfels. Sie ist die Schlüsselkompetenz zu allen Fragen der Digitalisierung . Deshalb setzen wir auf die Digitalisierung an Schulen, Hochschulen, in Betrieben sowie in der Aus- und Weiterbildung. Unser Ziel ist es, in der Digitalisierung mit an der Spitze zu stehen. Das zeigen wir etwa mit dem Start von zwei weiterführenden Schulen als „Smart Schools“ und einer besonderen Initiative für die Grundschulen.

Was sind Besonderheiten des Gipfels?

Kramp-Karrenbauer: Eine Besonderheit ist das IT-Gipfel-Camp, das wir in Saarbrücken gegenüber der Congresshalle im Haus der Ärzte einrichten werden. Dort können alle Interessenten neue Formen der Zusammenarbeit in der Informationstechnologie live miterleben, etwa mit Google . Zum ersten Mal kommt auch der Google-Konzernchef Sundar Pichai nach Deutschland und zum Kongress nach Saarbrücken.

 

Was kann das Saarland von einer engeren Kooperation mit Google erwarten?

Kramp-Karrenbauer: Einen Beitrag zu einer besseren, moderneren Bildung. Mit neuen Medien und neuen Technologien lässt sich der Unterricht noch interessanter gestalten. So etwas kann man mit Hilfe von 3D-Brillen bei einem 360-Grad-Rundgang durch das ehemalige Grubengebäude in Landsweiler-Reden erleben – oder auch im Erlebnisbergwerk Velsen. In Frankreich hat das Google Cultural Institut digitale Klassenausflüge organisiert, in denen Schüler etwa das Schloss Versailles mit 3D-Brillen in allen Einzelheiten erleben können. Sie brauchen nur ein Smartphone oder einen PC und müssen das Klassenzimmer nicht verlassen. Solche Möglichkeiten kann man in vielen Schulfächern nutzen.

In welchen Bereichen kann das Saarland mit Informationstechnologie und den Hochschulen Vorreiter werden?

Kramp-Karrenbauer: Gerade das Saarland denkt anwenderorientiert. Wir fragen, was neueste Technologien dem Land, den Schulen und Hochschulen und vor allem den Menschen bringen. Ich denke an Themen wie autonomes Fahren oder Mobilitätsfragen insgesamt, die künftige Energieversorgung und die Produktion in Industrieunternehmen. Wir haben den großen Vorteil, dass wir hier neueste Technologien mit entwickeln können und über Betriebe verfügen, in denen sie eingesetzt werden. Solche Strukturen fehlen andernorts.

 

Welche Rolle spielen Unternehmensgründer in Ihrer Strategie?

Kramp-Karrenbauer: Wir wollen, dass unsere hervorragend ausgebildeten jungen Menschen stärker eigene Unternehmen gründen. Dazu brauchen sie einen leichteren Zugang zu Kapital und mehr Platz. Das Gründerzentrum an der Uni platzt aus allen Nähten. Deshalb überlegen wir, wie wir mehr Raum für Gründer am Campus der Uni schaffen.

 

Gibt es schon Ausbaupläne?

Kramp-Karrenbauer: Es gibt erste Überlegungen, aber wir brauchen mehr Platz.

 

Was können die Hochschulen zur digitalen Bildung beitragen?

Kramp-Karrenbauer: Sie können zum lebenslangen Begleiter werden, die Absolventen auch nach Jahren noch neueste Kenntnisse in Technologien und Anwendungen vermitteln.

Das Land hat mit dem neuen Länder-Finanzausgleich mehr Handlungsspielraum bekommen. Wird davon auch die Universität profitieren?

Kramp-Karrenbauer: Der jetzige Globalhaushalt markiert eine Sicherungslinie nach unten. Er ist nicht so dynamisch wie die Entwicklung der Kosten. Wir wollen deshalb auch nach dem Jahr 2020 mehr Möglichkeiten, die Universität wie auch die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) bei möglichen Kostensteigerungen zu entlasten. Darüber wird zu verhandeln sein. Auch andere Einrichtungen wie unsere Berufsbildungs-Zentren müssen so ausgestattet werden, dass sie technisch mit den neuen Entwicklungen mithalten können.

 

Kann die Uni ab 2020 mehr Geld erwarten?

Kramp-Karrenbauer: Alle unseren bisherigen Sparanstrengungen hatten das Ziel, dass wir ab 2020 mehr Luft zum Atmen bekommen. Die werden wir für Investitionen in die Zukunft nutzen. Deshalb können Uni und HTW mehr Geld erwarten. Ich kann aber noch nicht genau sagen in welcher Höhe.

 

Ist hier schon vor 2020 finanziell etwas möglich?

Kramp-Karrenbauer: Das hängt von den Gesprächen mit dem Bundesfinanzministerium zur Fortführung des Konsolidierungskurses ab. Die Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit der Uni und mit der HTW laufen 2018 auf der Grundlage eines bis 2020 konsentierten Finanzszenarios aus. Wir werden früh über den Folgehaushalt und die Zielvereinbarungen beraten. Wir müssen aber auch im Blick behalten, dass es plötzlich mal einen finanziellen Sonderbedarf geben kann.

 

Was meinen Sie damit?

Kramp-Karrenbauer: Ich denke an die neue Runde der Exzellenzinitiative , dem Forschungswettbewerb der Hochschulen in Deutschland. Hier ist die Konkurrenz bekanntlich sehr hart; nur die Besten kommen zum Zuge. Das Land finanziert alle erfolgreichen Vorhaben mit, auch, wenn zwei statt des bisherigen einen Cluster erfolgreich werden. Die Informatik schreibt bereits an ihren Anträgen für neue Förderprojekte. Ich möchte auch gewährleistet wissen, dass wir renommierte Forscher im Land halten können. Da spielen die Finanzen eine wichtige Rolle. Und wir sind bereit, die „Innovative Hochschule“ mitzufinanzieren. Unter einer verantwortlichen Zukunftspolitik verstehe ich nicht, nur auf finanzielle Vorgaben des Bundes zu achten und deshalb womöglich zu riskieren, dass die für das Saarland wichtigen Beiträge zur Exzellenzinitiative den Bach runtergehen. Die Universität muss aber im Rahmen ihrer Hochschulautonomie auch ihren Beitrag leisten.

 

Welche Ergebnisse erwartet die Landesregierung von der Saar-Universität künftig in der Exzellenzinitiative ?

Kramp-Karrenbauer: Wir wollen unseren Exzellenzcluster in der Informatik weiterführen. Ich habe aber auch dazu ermutigt, dass andere Fakultäten Anträge stellen. Oberste Priorität bleibt jedoch, unsere erworbene Position in der Informatik zu halten.

 

Zum Thema:

 

Hintergrund Rund 1000 Gäste werden zum IT-Gipfel am 16. und 17. November in Saarbrücken erwartet. Gastgeber sind die Bundesregierung und der IT-Branchenverband Bitkom. Erwartet werden auch Bundeskanzlerin Angela Merkel , sechs Bundesminister und Google-Konzernchef Sundar Pichai. ts

 
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