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Kramp-Karrenbauer führt CDU-Liste an

Saarbrücken. Als Annegret Kramp-Karrenbauer nach einer knappen Stunde ihre Rede beendet hatte und sich die 350 CDU-Delegierten in der Saarbrücker Congresshalle zum Jubel erhoben, zeigte die Ministerpräsidentin Rührung. Der 49-Jährigen schossen plötzlich Tränen in die Augen. Wenn es darauf ankomme, hatte sie zuvor gesagt, könne sie sich auf ihre Partei verlassen. „Das macht mich unglaublich stolz.“ Kramp-Karrenbauer rief ihre Anhänger auf, bis zum Wahltag um jede Stimme zu kämpfen. Sie habe drei Ministerien geleitet und müsse nichts beweisen, sagte die Ministerpräsidentin. „Ich stelle mich vor die Wählerinnen und Wähler und sage: Ihr wisst, was ich positiv für das Land getan habe, und ihr wisst, wo ich Fehler gemacht habe. Das ist offen und das ist ehrlich, und jetzt müsst ihr darüber entscheiden, wie ihr diese Arbeit bewertet. Das ist Charakter.“ Mit diesem „Charakter“ will die Regierungschefin bis zum 25. März punkten – das Wort fiel häufiger in ihrer Rede vor den 350 Delegierten, die sie mit 98 Prozent zur Spitzenkandidatin kürten.

Etwa, als sie den Bruch der Jamaika-Koalition rechtfertigte: Da hätten sie und die CDU entscheiden müssen, was das Richtige für das Land sei – und nicht für sie selbst. „Es war richtig, und ich bin stolz darauf, dass wir das getan haben.“ Als die SPD in den Sondierungsgesprächen Wahlen schon 2013 durchsetzen wollte, habe die CDU „ein zweites Mal Charakter bewiesen“ und einen „faulen Kompromiss“ zu Lasten des Landes verhindert. Angriffe auf die SPD sparte sich Kramp-Karrenbauer weitgehend. „Wir brauchen andere nicht schlecht zu reden“, erklärte sie. Ihre Bemerkung, im Wahlkampf gehe es um die Zukunft des Landes und nicht darum, „sich auf Plakaten in gestylter Form neu zu erfinden“, war die einzige Spitze gegen ihren Herausforderer Heiko Maas. Generalsekretär Roland Theis ging da weiter. Er versprach einen Wahlkampf ohne Rücksicht auf andere. Wer SPD wähle, stichelte er, könne Maas bekommen. „Er kann aber auch montags aufwachen mit Kopfweh, Charlotte Britz und Oskar Lafontaine.“ Kramp-Karrenbauer suchte sich ihre Gegner außerhalb des Landes. Immer wieder werde in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen oder Berlin die Eigenständigkeit des Saarlandes in Frage gestellt.

„Ich habe die Nase voll von diesen Provinzpolitikern, die uns das Existenzrecht absprechen“, klagte die Regierungschefin. Die Saarländer hätten sich in ihrer Geschichte bewusst für Deutschland entschieden und ihren Beitrag zum Wirtschaftsaufschwung geleistet. „Sie haben es nicht verdient, dass man sich auf ihre Kosten lustig macht.“ Die Forderung nach einer Länderfusion sei nur mit einer Lösung der Haushaltsprobleme aus der Welt zu schaffen. Daher werde der Sparkurs „ohne Wenn und Aber“ fortgesetzt, sagte Kramp-Karrenbauer. Die neue Regierung werde „ein ganz deutliches Zeichen“ setzen, dass sie auch bei sich selbst spare. „Man kann nicht Wasser predigen und Wein trinken.“ Kramp- Karrenbauer versprach, die Zahl der Ministerien zu reduzieren und die Altersversorgung der Minister und Staatssekretäre auf den Prüfstand zu stellen. Sparen sei das eine, sagte sie. „Wir brauchen auch Wachstum, Dynamik und Entwicklung.“ Sie nannte Investitionen in Infrastruktur, etwa Straßenbau-Projekte auch auf dem Land. „Das Saarland endet nicht an der Stadtgrenze von Saarbrücken.“
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