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Kramp-Karrenbauer will sich für finanzielle Ausstattung des Saarsports einsetzen

Saarbrücken. Zum zweiten Mal ist Annegret Kramp-Karrenbauer Nachfolgerin von Klaus Meiser an der Spitze des saarländischen Sportministeriums – erst im Jahr 2000 und nun erneut. „Eine Staffelübergabe im Kreisverkehr“, stellte die 47-Jährige amüsiert fest.

„Es ist eine Mischung aus Vertrautem und neuen Herausforderungen“, sagte Kramp-Karrenbauer über ihr wiedergewonnenes Ressort Sport. Wobei diese neuen Herausforderungen im Wesentlichen die finanzielle Ausstattung des Saarsports betreffen. Derzeit finanziert sich der Landessportverband über das so genannte Sportachtel (12,5 Prozent der Umsätze von Saartoto). Doch was passiert, wenn das staatliche Glücksspielmonopol fällt und der Markt liberalisiert wird? „Wenn das Monopol bricht, wird es der Sport im Saarland unmittelbar merken“, fürchtet Kramp-Karrenbauer. Zumal kein anderes Bundesland ein derartiges Förder-System mit dem Sportachtel habe.

Oberste Priorität sei es daher, die Einnahmesituation zu halten. Durch den aktuellen Wettskandal im europäischen Fußball fühlt sich die Sportministerin in ihrer Haltung pro Monopol bestätigt: „Der Wettskandal zeigt, dass die Liberalisierung des Marktes nicht funktioniert.“ Gerade Internetwetten, bei denen auf alles gewettet werden kann, seien problematisch. „Und es ist ein Trugschluss zu glauben, dass sich die privaten Anbieter im Falle einer Liberalisierung, etwa wenn sie ihren Sitz im Ausland haben, zu Steuern verpflichten lassen“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Für den Fall, dass das Glücksspielmonopol vor Gericht gestürzt wird, gebe es zwar Überlegungen und Gespräche, also einen Plan B. Aber Kramp-Karrenbauer sagte, sie halte es lieber wie Jan Frodeno bei den Olympischen Spielen in Peking: „Es kommt auf Plan A an, und der muss klappen.“ Apropos Frodeno: Sein Olympiasieg habe dem Saarsport und dem Olympiastützpunkt an der Hermann-Neuberger-Sportschule einen enormen Schub gegeben, sagte Kramp-Karrenbauer. Um auch in Zukunft solche Leistungen zu ermöglich, werde die Landesregierung den Förderausschuss Spitzensport unangetastet lassen, sagte die Ministerin: „Wir wollen den Spitzensport halten und ausbauen. Es gehört zum Selbstverständnis eines Landes, eigene Leute in die Spitze zu bringen.“ Über den Förderausschuss werden Einzelsportler und Vereine unterstützt – nach klaren Richtlinien wie der Spielklasse, der Intensität der Nachwuchsförderung oder der Relevanz der Sportart am Olympiastützpunkt. Die Höhe des Etats nannte Kramp-Karrenbauer nicht.

Eine unverzichtbare Verbindung der Politik zum Sport bleibe Lothar Altmeyer als Leistungssport-Beauftragter der Landesregierung. Altmeyer ist zugleich Leiter des Sportzweiges an der saarländischen Eliteschule des Sports, am Gymnasiums am Rotenbühl in Saarbrücken. Der Forderung der Schule nach besserer personeller Ausstattung, um den Status Eliteschule zu halten, sagte Kramp-Karrenbauer ihre Unterstützung zu – und auch die des Bildungsministeriums: „Klaus Kessler ist sportaffin. Ich bin sicher, die Schule wird bei ihm offene Türen einrennen.“

Deutlich zurückhaltender äußerte sich Kramp-Karrenbauer in Bezug auf die Unterstützung von Vereinen beim Sportstättenbau. Denn zu dem Wunsch vieler Vereine, ihren Tennenplatz in einen Kunstrasen umzuwandeln, kommen nun Anfragen zur Sanierung von Kunstrasen der ersten Generation. Die Sportministerin regte an, im Fördersystem der Sportplanungskommission neue Anreize zu schaffen. Eventuell durch höhere Zuschüsse, wenn Vereine aus der Nachbarschaft zusammenarbeiten – etwa über Juniorenfördergemeinschaften im Fußball. Ohnehin müssten sich die Vereine mit Blick auf die demografische Entwicklung neu orientieren, sagte Kramp-Karrenbauer: „Die Sport Treibenden werden älter. Und um Kinder und Jugendliche zu binden, müssen die Vereine in die Schulen, sich in die Nachmittagsangebote integrieren.“ kai

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