L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Krankenhäuser stehen vor tiefgreifenden Änderungen: Nicht mehr jede Klinik wird alles machen

Die 22 saarländischen Krankenhäuser mit ihren 13 000 Beschäftigten stehen in den kommenden Jahren vor einem tiefgreifenden Umbau. Grund ist das am 5. November vom Bundestag beschlossene Krankenhausstrukturgesetz. Es sieht vor, dass die Qualität ein entscheidendes Kriterium bei der Vergütung von Krankenhaus-Leistungen und bei der Krankenhausplanung werden soll. Einfließen soll etwa, wie eine Klinik technisch und personell ausgestattet ist (Strukturqualität), ob notwendige Voruntersuchungen durchgeführt werden (Prozessqualität) und wie oft es zu Komplikationen und Infektionen kommt (Ergebnisqualität).

Ein unabhängiges Institut wird die Qualität anhand von Millionen Datensätzen überprüfen; zudem soll der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) unangemeldet kontrollieren dürfen. Schneidet eine Fachabteilung über längere Zeit hinweg schlecht bei der Qualität ab, können Sanktionen verhängt werden. Diese reichen von einer Reduzierung der Vergütung bis hin zur Streichung einer Fachabteilung oder eines ganzen Krankenhauses aus dem Krankenhausplan, was wohl gleichbedeutend mit einer Schließung wäre. Der nächste Krankenhausplan im Saarland soll 2018 in Kraft treten.
 

Gibt es Schließungen ?

Ob alle 22 Krankenhäuser im Saarland dann langfristig überleben, ist nach Einschätzung von Sozialstaatssekretär Stephan Kolling ( CDU ) nicht ausgemacht. „Die Träger werden entscheiden müssen, ob sie ihre Standorte unter den neuen Bedingungen wirtschaftlich betreiben können.“ Die neuen Qualitätsvorgaben sollen aber auf jeden Fall zu einer Konzentration führen. „Nicht mehr jedes Krankenhaus wird alles machen“, sagt Kolling. Stattdessen sollen sich Zentren bilden. Als Beispiel nennt Kolling das Herz-Zentrum der SHG-Kliniken in Völklingen oder die plastische Chirurgie in Lebach. Für planbare Eingriffe werden die Bürger in Zukunft also vermutlich weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen, wozu sie nach Kollings Einschätzung aber bereit sein werden.

Das Sozialministerium will allerdings vermeiden, dass darunter die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung leidet. Die kleineren Krankenhäuser müssten sich stärker auf den ambulanten Bereich ausrichten. „Sonst haben sie keine Überlebenschance“, so Kolling. Da es in den ländlichen Gebieten immer weniger Haus- und Fachärzte geben werde, sollten kleine Krankenhäuser diese Leistungen als Polikliniken oder Medizinische Versorgungszentren (MVZ) anbieten.

Um bei der angestrebten Zentrenbildung nachzuhelfen, werden auf Bundesebene Mindestmengen für bestimmte Leistungen wie die Versorgung von Frühgeborenen oder beim Kniegelenkersatz festgelegt. Ein Krankenhaus, das diese Mindestmenge nicht erreicht, bekommt kein Geld mehr für diese Leistung. Zudem stehen im Saarland für die Jahre 2016, 2017 und 2018 insgesamt zwölf Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung, um den Abbau stationärer Kapazitäten zu fördern. Dies kann etwa sein: die Fusion von Fachabteilungen zu Zentren, die Umwandlung von Kapazitäten in Gesundheits- und Pflegezentren oder Hospize . „Ich hoffe, dass die zwölf Millionen auch tatsächlich abgerufen werden“, sagt Kolling. Im Januar will er das den Krankenhaus-Chefs bei einem Treffen schmackhaft machen.
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