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Krankenkasse muss Blindenhund bezahlen

Saarbrücken. Ein Blindenhund ist kein Luxus, sondern eine medizinisch notwendige Maßnahme. Mit dieser Begründung hat das Sozialgericht des Saarlandes eine Krankenkasse zur Übernahme der entsprechenden Kosten im Fall eines 28-Jährigen verurteilt.

Der junge Mann war in Folge einer Erkrankung nach und nach auf beiden Augen erblindet. Er besuchte eine Förderschule und absolvierte ein Mobilitätstraining. Aber er fühlte sich weiterhin unsicher. Er beantragte einen Blindenhund. Die gesetzliche Krankenkasse lehnte ab. Begründung: Die Leistungspflicht der Krankenkassen beschränke sich auf einen Basisausgleich. Dieser sei mit den vorhandenen Hilfsmitteln und dem Angebot eines Laser-Blindenstockes erbracht.

Der 28-Jährige war nicht einverstanden: Er habe beruflich und privat einen großen Aktionsradius. Dabei sei er ständig auf Hilfe Dritter angewiesen. Besondere Schwierigkeiten habe er mit der Orientierung. Er könne deshalb noch nicht einmal allein in den Supermarkt gehen. Das bestätigte sein Mobilitätstrainer: Der Kläger habe häufig Schwierigkeiten, seinen Ausgangspunkt wieder zu finden.

Der Trainer empfahl die Anschaffung eines Blindenhundes zur Stabilisierung des Patienten und zur Erhöhung von dessen Sicherheit.
Dieser Sichtweise folgten die Richter. Sie stellten fest: Ein Blindenhund sei kein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens, sondern ein medizinisches Hilfsmittel.

Die Versorgung mit solch einem Hund sei medizinisch zweckmäßig, notwendig und wirtschaftlich. Die Freiheit, nicht ständig von der Hilfe Dritter abhängig sein zu müssen, sei ein entscheidender Punkt, der für die Gewährung des Blindenhundes spreche. wi






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