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Krawalle: Auch in Forbach wird Sprit knapp

Paris. Autos in Flammen, zerstörte Bushalte-Stellen, Gummigeschosse und Tränengas: Die Proteste von Schülern gegen die Rentenreform in Frankreich haben gestern in Nanterre bei Paris eher das Ausmaß von Straßenschlachten angenommen. Vom „Auftritt einer Stadtguerilla“ sprach Präfekt Patrick Strzoda und von „250 Randalierern“, die keine Schüler gewesen seien und gewaltsam die Polizei angegriffen hätten. Die Zusammenstöße in Nanterre und anderen Städten wecken in Frankreich sofort die Befürchtung, dass es wieder zu unkontrollierbaren Vorstadt-Unruhen wie im Herbst 2005 kommen könnte.


196 „Randalierer“ wurden festgenommen

Die Bilanz von gestern: 196 „Randalierer“ wurden landesweit laut Innenministerium am Rande der Schüler-Demos festgenommen, nach 151 am Freitag. Vier Polizisten wurden verletzt. Die Angst, dass die nächsten Schüler-Proteste heute oder in den Tagen danach aus dem Ruder laufen könnten, wächst.

Unterdessen wird in Frankreich nach fast einwöchigen Dauerprotesten gegen die Rentenreform der Sprit knapp. Rund 1500 Tankstellen sind bereits angesichts blockierter Raffinerien und Treibstoffdepots Benzin und Diesel ausgegangen. Die Regierung von Nicolas Sarkozy (Foto: afp) setzte gestern einen Krisenstab ein, um die Energieversorgung des Landes zu sichern. In zwei Departements riefen die Behörden Autofahrer dazu auf, unnötige Fahrten ab sofort zu vermeiden. Morgen soll der Gesetzentwurf für die Anhebung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre dem Senat vorgelegt werden.

Verspätungen und Flugausfälle

Die Protestwelle hat durch die Beteiligung der Lastwagenfahrer gestern bestehende Engpässe bei der Benzinversorgung noch verschärft. Die Lkw-Fahrer blockierten auch Verkehrsachsen.Verspätungen und Flugausfälle gab es gestern auf dem wichtigsten Pariser Luftverkehrs-Drehkreuz, am Flughafen Charles de Gaulle. Dort sorgten streikende Mitarbeiter von Treibstoff-Firmen für Behinderungen. Auf allen Flughäfen des Landes wird nach Behördenangaben heute etwa ein Drittel aller Flüge ausfallen, wenn erneut Tausende an Protest-Kundgebungen im ganzen Lande teilnehmen wollen.

Zugang Peugeot Citroen in Mülhausen blockiert

Die Proteste haben mittlerweile auch die Energieversorger erreicht. Die Belegschaft des nordfranzösischen Atomkraftwerks Flamanville stimmte für einen 48-stündigen Ausstand, so dass sich die Leistung der 1300-Megawatt-Anlage halbieren wird. Nach Angaben des Stromkonzerns EdF sei jedoch kaum mit einer spürbaren Auswirkung bei den Verbrauchern zu rechnen. Im Elsass haben Demonstranten stundenlang den Zugang zum Automobilbauer Peugeot Citroen in Mülhausen blockiert, wo 10 000 Angestellte beschäftigt sind.

Weiterhin gestört ist auch der Bahnverkehr. Die Gewerkschaften in Frankreich planen für heute eine Ausweitung der Proteste. 

Hintergrund

Auch im Osten Frankreichs ist es gestern erneut zu Störungen im öffentlichen Leben gekommen. In einigen Städten wurde der Verkehr durch spontane Aktionen von Schülern und Studenten gegen die Rentenreform lahmgelegt. Während der Protest in Metz friedlich verlief, kam es in Forbach und Thionville zu Ausschreitungen, sodass die Polizei eingriff. Unterdessen wird die Raffinerie im elsässischen Richstett voraussichtlich bis Donnerstag bestreikt. Auch der Zugverkehr ist von den Streiks stark betroffen. In Saarbrücken soll heute nur der ICE um 20.59 Uhr nach Paris ausfallen.
gf

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