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Krawalle nach tödlicher Verfolgungsjagd in Metz

Woippy/Metz. Der Tod eines jungen Mannes hat in der Metzer Vorstadt Woippy zu schweren Krawallen geführt. Sechs Autos und ein Bus brannten aus, eine Schule und mehrere Telefonzellen wurden verwüstet. Die Bevölkerung von Woippy macht die Polizei für den Tod des 19-jährigen Malek Saouchi verantwortlich. Rund 200 Menschen nahmen an einem Schweigemarsch teil.

Ausgelöst wurde die Gewalt durch einen Unfall, der sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen 1.30 Uhr in Woippy ereignete. Laut Metzer Polizei wurden die Beamten eines Streifenwagens in der Innenstadt auf einen Motorroller aufmerksam, auf dem drei junge Männer ohne Schutzhelme saßen und der ohne Licht unterwegs war. Als sich herausstellte, dass das Fahrzeug seit dem 4. Dezember als gestohlen gemeldet war, nahmen die Beamten die Verfolgung auf. Doch die Flucht war bereits nach 800 Metern zu Ende. In einer Kurve verlor der Fahrer die Kontrolle über den Roller, der gegen einen Lichtmast schleuderte.

Der 19-jährige Malek Saouchi erlitt dabei schwere Schädelbrüche und war auf der Stelle tot. Seine beiden Mitfahrer im Alter von 19 und 20 Jahren wurden lebensgefährlich verletzt. Derzeit werden sie auf der Intensivstation einer Spezialklinik in Nancy behandelt.

Nach den Ergebnissen der ersten Untersuchungen, die gestern von den französischen Medien veröffentlicht wurden, waren die Polizisten auf den Roller aufmerksam geworden, weil er offenbar mit erhöhter Geschwindigkeit und ohne Licht unterwegs gewesen sei. Zudem habe sich keine wirkliche Verfolgungssituation ergeben, weil der Motorroller zum Zeitpunkt des Unfalls bereits sehr weit von dem Polizeifahrzeug entfernt gewesen sei.

Während die Polizei also nicht von "Verfolgung", sondern von "Nachfolge" spricht, wird diese Version von der Bevölkerung von Woippy nach Darstellung der Zeitung "Le Monde" heftig bestritten. Im Umfeld der Opfer gehe man vielmehr davon aus, dass die Polizei den Unfall durchaus provoziert habe. Denn die Spannungen zwischen Ordnungskräften und heranwachsenden Jugendlichen, die zum Teil aus Nordafrika stammen, seien in Woippy an der Tagesordnung. Eine Mutter beklagte sich gegenüber Journalisten: "Die städtische Polizei hat Manieren wie in Chicago. Sie verwendet Gummigeschosse und kurvt in Geländewagen durch die Gegend, um uns Angst zu machen, auch den Erwachsenen." Unterdessen weist die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass der Fahrer des Motorrollers eindeutig gegen die Verkehrsregeln verstoßen hatte. Insofern sei das Verhalten der Polizei gerechtfertigt gewesen, heißt es.


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