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Kriminalität: Weniger Fälle in St. Ingbert

St. Ingbert. Es ist ein bisschen wie mit Sisyphos. Wie der arme Mann in der griechischen Mythologie immer und immer wieder den Stein den Berg hinanschiebt, so versucht die St. Ingberter Polizei mit der Auswertung der Kriminalitätsstatistik Schwerpunkte ihrer Präventionsarbeit herauszufiltern. Wohl wissend, dass sie der kleinen Gaunerei wie dem großen Verbrechen nie zu 100 Prozent den Riegel vorschieben kann. Die jüngste Statistik ist für die Inspektion der Mittelstadt gleichwohl erfreulich. Die Zahl der registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr insgesamt gesunken, die Aufklärungsquote gestiegen. Wachsende Fallzahlen innerhalb dieser positiven Bilanz hat die Polizei insbesondere bei Betrug und dem Erschleichen von Leistungen ausgemacht.

Inspektionsleiter Dietmar Glandiens Fazit: „Um die innere Sicherheit in St. Ingbert ist es nach wie vor gut bestellt.“ Natürlich weise die Erhebung immer nur die registrierten Taten aus. Die Dunkelziffer bleibe bestehen. Aber dennoch sei die statistische Auswertung ein guter Hinweis zur geleisteten Arbeit und weise den Weg, wo die Polizei stärker aktiv werden könne. Die erfassten Straftaten sind in der Mittelstadt von 2437 im Jahr 2009 auf 2036 im vergangenen Jahr gesunken. Das entspricht einem Minus von 16,5 Prozent (im Kreis minus 4,3 Prozent) und sorgt so für den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Aufklärungsquote stieg im Betrachtungszeitraum von 53,9 auf 57,7 Prozent. Im Vergleich der 52 Städte und Gemeinden im Saarland rangiert St. Ingbert weit unter dem nach seiner Größe zu erwartenden Wert für das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden.

Die fünftgrößte Stadt findet sich in diesem Ranking auf Platz 16 wieder. Positiv bewerten Glandien und sein Stellvertreter Thomas Schmidt den Rückgang bei Sachbeschädigungen – im Teilbereich Graffiti sank die Zahl von 100 auf 33 – und kleineren Diebstählen. Insgesamt sei die Kriminalität auf der Straße, die das Sicherheitsgefühl des Bürgers stark tangiere, erfreulich rückläufig. Glandien: „Wir führen das auf unsere starke Präsens zurück.“ Zugleich ist sich die Polizei bewusst, dass viele Faktoren die Statistik beeinflussen. Die niedrige Kinder- und Jugendkriminalität etwa könne auch Erfolg kommunaler Konzepte, Gewaltprävention in der Schule oder etwa der Jugendverkehrserziehung, die Polizisten und junge Menschen in ein entspannteres Miteinander brächten, zusammenhängen.

Die Inspektionsspitze betont zudem: Der Bürger selbst sei der beste Faktor, um Kriminalität gering zu halten. Von „tätiger Mitverantwortung“ spricht der Inspektionsleiter und meint zweierlei: Nicht wegschauen, wenn etwas geschieht, sondern sofort die Polizei informieren. Gleichermaßen wichtig: Dem Gelegenheitstäter keine Möglichkeiten schaffen, also in technische Sicherheit in den eigenen vier Wänden investieren oder aber auch Handtaschen, Navis und Handys nicht für jeden erkennbar im Auto liegen lassen.

Was der einzelne tun kann, wollen die Beamten der St. Ingberter Polizeiinspektion unter anderem wieder auf der Ingobertusmesse Anfang Oktober unters Volk bringen. Sie haben während der Messetage einen Stand, an dem sich jeder Bürger informieren kann. Prävention ist das Zauberwort und sicher eine Sisyphosaufgabe. Aber der Stein muss eben bergauf.

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