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Kripo: Kofferklau statt Millionenkredit

Saarbrücken. In seiner Zelle in der Saarbrücker Justizvollzugsanstalt wartet ein 43 Jahre alter Türke, der zuletzt in Solingen lebte, auf seinen Prozess vor dem Landgericht Saarbrücken. Die Kriminalhauptkommissare Gerhard Prauß und Peter Dilk sowie Oberkommissar Carsten Dewes vom Landeskriminalamt (LKA) sind überzeugt, dass der Mann führender Kopf einer internationalen Bande ist, die deutschlandweit versucht, Geschäftsleute abzuzocken. Die Fahnder sprechen vom „Rip-Deal“ (das englische Wort „to rip“ bedeutet „jemandem etwas entreißen“).

Die Bande, in der südosteuropäische Clans aktiv sind, scheint perfekt organisiert zu sein. Das LKA Saar kam ihr nach intensiven Ermittlungen auf die Spur, nachdem einem 55 Jahre alten Saarländer, der auf dem Kapitalmarkt einen Millionenkredit für Investitionen gesucht hatte, die Summe für nur drei Prozent Zinsen angeboten wurde. Ein Vermittler aus Bayern versprach, Kontakte zu einem reichen Investor im Ausland zu knüpfen. Dem Unternehmer war das Geschäft nicht geheuer. Er schaltete die Polizei ein, weil der Kontaktmann Eigenkapital des Saarländers in bar sehen wollte. Konkret sollte er 500 000 Euro mit zu einem Termin in ein niederländisches Hotel bringen. Die LKA-Ermittler wurden „stille Teilhaber“ des weiteren Geschäftsablaufes. Zu dem Treffen in Maastricht kam es nicht mehr. Auf Täterseite kam es unerwartet zu Problemen. Der 43-jährige Türke und seine 27-jährige Partnerin wurden dann auf der Rückfahrt von Holland in Düsseldorf festgenommen.



Neun weitere Tatbeteiligte sind identifiziert. Der Haftbefehl gegen die Frau ist zwischenzeitlich außer Vollzug. Nach Polizeiangaben hatte die Bande alles vorbereitet, um dem Saarländer bei dem Termin den Geldkoffer zu rauben. Im Fall eines Mannes aus Gotha wurde die Tat vollendet. Er suchte eigentlich Käufer für eine Immobilie. Der angeblich potente Investor wollte bei ihm aber noch Schweizer Franken für 120 000 Euro in bar tauschen. Ihm wurde dafür eine Provision versprochen. Das Geld wurde gezeigt, die Koffer getauscht. Der Gothaer fand später nur noch einige Franken über einem Berg mit Papierfetzen in seinem Koffer. Die „Geschäftspartner“ waren auf und davon. Nach Kripoangaben suchen die überzeugend auftretenden Ganoven sich gezielt Besitzer schwer verkäuflicher Immobilien oder Jachten aus. mju
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