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Kripo entdeckt neue Phantom-Spur

Saarbrücken/Heilbronn. Sie ist die meist gesuchte Verbecherin Deutschlands: 300.000 Euro Belohnung sind zur Ergreifung der unbekannten Frau ausgesetzt, die als das "Phantom" bezeichnet wird. Bei sechs Mordfällen in Idar-Oberstein (Mai 1993), Freiburg (März 2001), Heilbronn (Mord an einer Polizistin im April 2007), Heppenheim (Ermordung von drei Georgiern im Januar 2008) und dem Tod einer Frau im Oktober letzten Jahres bei Weinsberg wurde DNA-Material der Frau, die vermutlich albanische Wurzeln hat, entdeckt. Im Saarland ist die 16-köpfige Ermittlergruppe "PS" beim Landeskriminalamt (LKA) dem Phantom auf der Spur. Sie wird unterstützt von vier Fahndern der Sonderkommission des LKA Stuttgart, die den kaltblütigen Mord an einer Heilbronner Polizistin klären wollen. Der Grund: Das "Phantom" hat offenbar Kontakte und Anlaufstellen im Saarland. Bei mehreren Einbrüchen zwischen Oktober 2006 und einem Raubüberfall im Saarhölzbacher Anglerheim im Mai 2008 hinterließ die Frau ebenfalls ihren genetischen Fingerabdruck.

Jetzt ist eine weitere Spur der Verbrecherin aufgetaucht, die den Fall noch mysteriöser macht. Ernst Peter Hirschmann, Chef der Saarbrücker Staatsanwaltschaft, bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen der Saarbrücker Zeitung. Er sagt: "Wir sind sicher. Diese Spur ist echt." Demnach meldete die DNA-Datenbank beim Bundeskriminalamt (BKA) einen Treffer, als die Tatortspuren von dem Einbruch am 6. Juli 2007 (wenige Wochen nach dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn) in die Saarbrücker Realschule Bruchwiese abglichen wurden.

Das Seltsame: Die Einbrecher sind längst überführt, geständig und einige bereits verurteilt. Eine Gruppe von neun Saarbrücker Kindern und Jugendlichen ist demnach für diesen Einbruch, bei dem Geld und Computer gestohlen wurden, verantwortlich. Hat das Phantom Kontakte zu Kindern und Jugendlichen in Saarbrücken? Die Ermittler beim LKA und die Staatsanwaltschaft gehen nicht davon aus. Als die neue DNA-Spur des Phantoms bekannt wurde, wurden alle Jugendlichen und deren Eltern sowie die Schulleitung informiert. Die Jugendlichen versicherten angeblich sehr glaubhaft, dass sie bei der Tat alleine waren. Von einer unbekannten Person, die optisch nicht als Frau wahrgenommen werden muss, wussten sie nichts.

Die Ermittler stehen vor einem weiteren Rätsel: Wie kommt die DNA-Spur der meist gesuchten Verbrecherin Deutschlands an eine geöffnete Getränke-Dose im Sekretariat der Realschule Bruchwiese in Saarbrücken. Möglicherweise war sie am Tatort, nachdem die jungen Einbrecher bereits das Weite gesucht hatten.
Michael Jungmann
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