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Krise: Autokauf so günstig wie lange nicht

Stuttgart. Nachlässe im zweistelligen Bereich, geschenkte Extras, kostenlose Wartung – so hart wie derzeit war die Rabattschlacht auf dem deutschen Automarkt lange nicht. Weil in Europa der Absatz schwächelt, buhlen Hersteller und Händler mit allen Mitteln um ihre Kunden. Experten sprechen von Rabatten in Rekordhöhe – aber auch davon, dass schwächere Autobauer vom Markt gedrängt werden könnten. Händlern drücken die Preisnachlässe kräftig auf die Margen. „Wer heute ein Auto mit zehn Prozent Rabatt kauft, macht ein schlechtes Geschäft“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Seine Feststellung: „So hart wie derzeit war der Rabatt- und Verdrängungswettbewerb in Deutschland noch nie.“

Auch Hersteller, die bisher eher zurückhaltend gewesen seien, gewährten momentan verstärkt Nachlässe. „Für die Händler bedeuten hohe Rabatte allerdings Kürzungen ihrer Marge“, sagt Stefan Bratzel vom Zentrum für Automotive Management in Bergisch Gladbach. Um das Geschäft langfristig zu sichern, sollten sie seiner Ansicht nach stärker auf andere Lockangebote setzen – wie beispielsweise kostenlose oder günstigere Wartungen.

Aus reiner Nächstenliebe gewährt den Nachlass ohnehin niemand: Zuletzt entwickelte sich der Autoabsatz in Deutschland wegen der Finanzkrise in Europa so schlecht wie sonst nur im Jahr nach der Abwrackprämie. Hohe Preisabschläge Ulrich Köster, Sprecher des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), sagt: „Tatsache ist, dass sich durch den Rückgang der Neuzulassungen die Lage nicht entspannt, sondern der Wettbewerb angeheizt wird.“

Händler meldeten immer mehr Fahrzeuge kurzfristig an, um sie dann als Tageszulassung mit hohen Preisabschlägen in den Markt zu bringen. Nach der CAR-Studie stieg die Zahl der taktischen Zulassungen selbst bei Luxusfahrzeugen wie dem Audi A8 und dem Porsche Panamera.

Experte Bratzel warnt jedoch vor zu hohen Nachlässen: „Je stärker ich Rabatte reinbringe, desto mehr schade ich der Marke.“ Es bestehe die Gefahr, dass ein Auto dadurch zum „Ramsch-Produkt“ degradiert wird. Für bereits angeschlagene Autobauer wie Peugeot, Fiat oder Opel sei das derzeitige Marktverhalten ein Teufelskreis. „Die haben es im Moment enorm schwer, weil die Marke nicht zieht und sie massive Absatzprobleme haben“, erklärt Bratzel. Erfolgreiche Hersteller wie Volkswagen und BMW profitierten unterdessen von ihrem guten Image und könnten durch Preisabschläge weitere Marktanteile gewinnen. Auto- Experte Dudenhöffer sieht das ähnlich: „In Europa wird es so sein, dass die Großen und Starken die Schwachen zurückdrängen werden.“

Weil angeschlagene Autobauer deswegen um ihre Existenz fürchten, ist bereits ein heftiger Streit zwischen Europas größtem Autobauer Volkswagen und dem italienischen Hersteller Fiat entbrannt. Fiat- Chef Sergio Marchionne kritisiert, Volkswagen richte mit einer rücksichtslosen Preispolitik gegenüber Mitbewerbern ein „Blutbad“ an und nutze die Krise, um mit aggressiven Rabatten Marktanteile zu gewinnen.

Die Preispolitik der Wolfsburger spielt Bratzel zufolge tatsächlich „einer gewissen Marktverdrängung in die Hände“. Einen Vorwurf könne man ihnen deswegen aber nicht machen, meint der Experte. „Sie wollen ihren Marktanteil halten oder ausbauen. Das sind legitime Ziele.“

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