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Krise! Weniger Umsatz im Saar-Gastgewerbe

Saarbrücken. Geschäftsessen werden gestrichen, Firmenübernachtungen in Hotels gekürzt: Das deutsche Gastgewerbe mit seinen rund 240 000 Betrieben und einer Million Beschäftigten steckt weiter in der Krise und befürchtet für dieses Jahr etwa fünf Prozent Umsatzrückgang – auch im Saarland. Hoffnung setzt die Branche auf eine geforderte Senkung der Mehrwertsteuer von derzeit 19 auf sieben Prozent, was günstigere Preise in Restaurants und Hotels sowie bundesweit bis zu 70 000 neue Jobs bringen könnte.

„Dieses Jahr ist ein nominales Umsatzminus von fünf Prozent aufgelaufen und es gibt im Moment leider keine Anzeichen, dass sich das ändert“, beklagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ernst Fischer gestern bei einer Vorstandssitzung seiner Organisation in Saarbrücken. Laut Fischer leidet derzeit vor allem die Sterne- und gehobene Gastronomie unter der Krise, während es in den Schnellimbissen, Pizzerien und Fast-Food-Betrieben noch am besten läuft. Im Saarland, so Dehoga-Landeschefin Gudrun Pink, leide die Gastronomie ebenso stark. Doch der ansteigende Wander- und Radtourismus im Land habe der Hotellerie etwas Aufwind beschert.

Die derzeit noch 19 Prozent Mehrwertsteuer auf Restaurantessen und Hotelübernachtungen in Deutschland schade jedoch vor allem Grenzregionen wie dem Saarland. In Luxemburg betrage der Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie nur „traumhafte“ drei Prozent, in Frankreich sei er gerade erst auf 5,5 Prozent gesenkt worden. „Das führt natürlich zu Wettbewerbsverzerrungen“, beklagt Pink. In Lothringen seien bereits Gastronomiepreise reduziert worden und im unteren Elsass seien innerhalb weniger Wochen nach der Mehrwertsteuersenkung 280 neue Stellen entstanden. „Sieben Prozent statt 19 Prozent Mehrwertsteuer wären das beste Konjunkturprogramm für das Tourismusland Deutschland“, meint Dehoga-Präsident Fischer: „Ich gehe davon aus, dass das im Gastgewerbe bundesweit locker 70 000 neue Jobs schaffen könnte.“ Laut Umfragen in der Branche könnten die deutschen Gastronomiebetriebe die Einsparungen zu jeweils einem Drittel an Gäste und Mitarbeiter weitergeben und das restliche Drittel für dringend notwendige Investitionen nutzen. Der Ausfall von 3,8 Milliarden Euro für den Bundeshaushalt bei einem geringeren Mehrwertsteuersatz ließe sich laut Fischer leicht über eine Verminderung der Schwarzarbeit ausgleichen. „Durch Schwarzarbeit gehen jährlich 350 Milliarden Euro verloren.“

Saarlands Wirtschaftsminister Joachim Rippel (CDU), Gastredner auf der Dehoga-Tagung, sagte, eine gemeinsame Bundesratsinitiative von Saarland, Bayern und Baden-Württemberg zur Senkung des Mehrwertsteuersatzes liege derzeit noch auf Eis. „Wir sind aber am Thema und werden es weiter aufgreifen.“ Udo Lorenz
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