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Krise beutelt Saar- Metallindustrie

  Saarbrücken.  Das sind die Ergebnisse einer Befragung des Verbands der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar), die gestern vorgestellt wurden. Sowohl beim Umsatz als auch bei den Auftragseingängen mussten die Unternehmen in den vergangenen Monaten „kräftige Rückschläge verkraften“, erläuterte ME-Saar-Präsident Georg Weisweiler.

So seien die Umsätze Ende vergangenen Jahres gegenüber den vergleichbaren Vorjahresmonaten um rund 30 Prozent zurückgegangen. Auch die Aufträge hätten sich um ein Drittel verringert. Für die nächsten Monate erwarten 83 Prozent der befragten Firmen einen weiterhin sinkenden Umsatz, 17 Prozent gehen von gleichbleibenden Umsatzerlösen aus. Eine Steigerung erwartet niemand. Ähnlich sieht es bei den Aufträgen aus. Hier glauben 79 Prozent der Firmen, dass der Auftragseingang weiter sinkt, 21 Prozent hoffen auf eine konstante Auftragslage. Auf dicker werdende Orderbücher setzt niemand. Ein düsteres Bild zeichnet sich auch bei der Kapazitätsauslastung ab. Hier rechnen 84 Prozent der Unternehmen damit, dass die Kapazitäten in nächster Zeit in noch geringerem Maße genutzt werden als im Moment, 16 Prozent glauben, dass die Fabriken mit der gleichen Intensität wie bisher gefahren werden können. Derzeit sind die Kapazitäten zu 76,7 Prozent ausgelastet, im Vorjahr waren es noch 91 Prozent. Die befragten Unternehmen repräsentieren etwa 50 000 der 54 000 Beschäftigten, die in diesen Wirtschaftszweigen tätig sind.

Die wenigsten Betriebe wollen mit Entlassungen auf das härter gewordene konjunkturelle Umfeld reagieren. So wollen erst 16 Prozent der Firmen Kündigungen aussprechen. Die meisten (mehr als 70 Prozent) fahren die Überstunden gegen Null und bauen vorhandene Zeitguthaben ab. Knapp 50 Prozent wollen Kurzarbeit einführen. Der ME Saar rät dazu, die zweite Stufe der Tariferhöhungen, die mit einem Plus von 2,1 Prozent für den Monat Mai vorgesehen ist, um sieben Monate zu verschieben. „Das wäre angesichts der rückläufigen Produktivität eine Möglichkeit, die Betriebe zu entlasten“, sagte ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Joachim Malter. Diese Maßnahme muss innerbetrieblich vereinbart werden. Helfen könne auch der Tarifvertrag Beschäftigungssicherung, bei dem es möglich ist, die Arbeitszeit auf bis zu 30 Wochenstunden zu reduzieren, wobei auch das Einkommen entsprechend sinkt.
Lothar Warscheid 
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