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Krise: kaum Gäste in Saarlands Spitzenhotels

In Zeiten der Wirtschaftskrise kommen die saarländischen Vier- und Fünf-Sterne-Hotels offenbar relativ gut über die Runden. Dennoch beklagen Hoteliers weniger Firmenkunden und Geschäftsreisende.

Von SZ-Mitarbeiter Benjamin Rannenberg

Saarbrücken. Spitzenhotels im Saarland sind bisher in der Wirtschaftskrise mit einem blauen Auge davon gekommen. Wie eine SZ-Umfrage ergab, beklagen zwar viele Hoteliers und Hotelbetreiber einen Rückgang von Geschäftskunden, registrieren aber als Ausgleich vermehrt Buchungen von Privatfeiern und mehr Umsatz in den hoteleigenen Restaurants. Das ist das Ergebnis der Umfrage bei fünf Hotels mit vier oder fünf Sternen.
Das Parkhotel in Weiskirchen habe bislang nicht unter immensen Einbrüchen zu leiden, sagt der Eigentümer des Vier-Sterne plus-Hotels, Peregrin Maier. Jedoch registrierte er zwischen Januar und August im Vergleich zum „sehr guten Vorjahr“ eine niedrigere Belegungsrate. Es würden weniger Tagungsgäste und Geschäftsreisende anreisen, die zudem meist kürzer verweilten.An Seminaren würden statt 20 nur noch zwölf Personen teilnehmen und der Aufenthalt würde sich von vier auf drei Tage verkürzen. Im Gegenteil: In den vergangenen zwei Jahren sei fast eine Million in in den Ausbau der Hotel- und Bäderanlage. Auch sei in Schulungen von Mitarbeitern und Auszubildenden investiert worden.Um diesem Verlust entgegen zu steuern, habe die Vermarktung von Pauschalangeboten über Reiseveranstalter und übers Internet zugenommen.

Sein Fazit: „Die Stadthotellerie tut sich wesentlich schwerer als die Freizeithotellerie, weil sie auf Tagungen und Geschäftsreisen spezialisiert ist“. 15 Prozent weniger Business-Gäste im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr zählte Manuela Angel, Geschäftsführerin der Betreiber-Gesellschaft Angel’s mit zwei Vier-Sterne-Hotels in St. Wendel. Das Umsatzminus bei den Tagungs- und Business-Übernachtungen könne man aber mit Wellnessangeboten und Privatveranstaltungen auffangen. So kämen zu Hochzeitsfeiern in den Hotels mehr Gäste als in den Vorjahren.Genauere Zahlen wolle Manuela Angel aber nicht preisgeben.
Der Hotel-Direktor des Vier- Sterne-Hotels Linslerhof in Überherrn Martin Kirsch teilte auf SZ-Anfrage mit, dass die Auslastung von rund 60 Prozent in der ersten Jahreshälfte etwas über den Zahlen des Vorjahrs liege. Ab 60 Prozent könne man von einer„guten Auslastung“ sprechen. Die beiden Restaurants des Linslerhofs haben im ersten Halbjahr 20 Prozent mehr erwirtschaftet.
Das Hotel biete seinen Firmenkunden in Krisenzeiten Stornierungen an, die als Gutschriften angerechnet werden. Falls Firmen kurzfristig Tagungen stornieren, werden die Gebühren für künftige Veranstaltungen gut geschrieben. Im Frühjahr seien Tagungen um zehn Prozent rabattiert worden, in der Sommerzeit gebe es ein Urlaubs-Special.

Die Geschäftsführerin der Victor’s Residenz Hotel-Kette Susanne Kleehaas nannte keine Belegungszahlen. Spürbar sei, bedingt durch die Wirtschaftskrise, „eine generelle Zurückhaltung von Seiten der Unternehmen“. In allen zwölf Victor’s Hotels, davon fünf im Saarland mit dem Fünf-Sterne-Haus Schloss Berg in Perl-Nennig als Flaggschiff, gebe es unabhängig von der Krise günstige Pauschal-Angebote.
Der Eigentümer der Fasanerie in Zweibrücken Roland Zadra verbucht im Zeitraum Januar bis Juli im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Belegungsrate von drei Prozent. 2008 lag die Quote noch bei etwa 70 Prozent. Demgegenüber habe in den drei Restaurants des Vier-Sterne-Plus-Hotels der Umsatz um zehn Prozent zugenommen. „Die Restaurants sind jeden Tag voll“, sagt Zadra. Zudem registriere er ein Umsatzplus bei Feiern und Privatveranstaltungen. Die Anzahl der Hochzeitsfeiern habe sich sogar verfünffacht.
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