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Krisengipfel: Saarländische Schüler sind zu schlecht in Mathe

Saarbrücken. Es sind erschreckende Zahlen, die da die Grundlage des ersten Krisengipfels von Mathematiklehrern der Fachoberschulen im Saarland und ihrer Mathematik-Kollegen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) bilden. „Wir haben eine Abbrecherquote von bis zu 45 Prozent in den ersten beiden Semestern der Ingenieurwissenschaften“, sagte gestern Markus Ehses, HTW-Projektkoordinator für die Verbesserung des Studienerfolgs.

Mehr als 60 Fachoberschullehrer und Hochschullehrer der Mathematik, die Hälfte Frauen, trafen sich erstmals zu einem Dialogtag „Mathematik an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule“, auf dem Tacheles geredet wurde. Esther Detemple, die bei der HTW die Brückenkurse betreut, bei denen die Mathematikgrundlagen aus der Schulzeit, die entweder gar nicht gelegt wurden oder verschüttet sind, wie Bruchrechnung oder lineare Gleichungen, frisch betoniert werden, sagte: „Heutzutage können die Stars in Fernseh-Talkshows sagen, dass sie ganz schlecht in Mathematik waren, das gilt dann als cool.“ Das miserable Image der Mathematik ist aber anscheinend nur ein Grund, warum es viele Fachoberschüler, die ein Studium an der HTW beginnen, vor Mathematik gruselt. Sie kommen offenbar mit teils schlechten Voraussetzungen an die HTW. Denn, so Herbert Wirth, Landesfachberater Mathematik für die kaufmännischen Schulen: „Die Mathematikleistungen haben sich in den vergangenen Jahren stark verschlechtert. Wir müssen in den Klassen 11 und 12 ständig reparieren, statt mit neuem Stoff einzusteigen. Hinzu kommen die gesellschaftlichen Probleme, wenn die Schüler nachmittags jobben gehen müssen, statt ihre Hausaufgaben zu machen.“ Ein Lehrer des Berufsbildungszentrums Homburg machte die Möglichkeit an Realschulen, durch Aufwertung auf A-Kursniveau ohne Leistungsnachweis zu guten Abschlüssen zu kommen, für das Dilemma verantwortlich. Es sei politisch gewollt, möglichst viele Schüler an die Hochschulen „zu schleusen“. Diese Kritik bekam Susanne Reichrath, die als Vertreterin der Schirmherrin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) beim Auftakt dabei war, nicht mehr mit. Auch Reichrath hatte die „hohen Abbrecherzahlen in der Anfangsphase des Studiums“ beklagt. „Das ist eine Vergeudung von Ressorcen, sowohl von Steuergeld als auch von Lebenszeit der Studierenden“, so Reichrath.

Doch der harten Analyse sollen nun Taten folgen. Die Leiterin des HTW-Projekts „Mathe-Max“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Übungsbuch für Grundschüler!), Susan Pulham, sagte, dass sie prüfe, ob nicht HTW-Lehrer und Studierende den Fachoberschülern in den letzten Schulwochen Unterstützung anbieten können. An der HTW stehe den Schülern bereits jetzt das „Mathe-Café“ offen, in dem Studierende bei Mathe-Fragen helfen. Dabei gebe es Essen, Getränke und Musik, sagte Pulham. Mathematik in „Lounge-Atmosphäre“: Cooler geht’s kaum, oder?

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