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Kristina Barrois: Tennis-Profi ohne Starallüren

Saarbrücken. Wie verbringt ein Tennisprofi, der immerhin unter den Top 100 der Weltrangliste steht, eine Woche in der Heimat? „Neben dem Training mit ganz banalen Dingen eigentlich. Mit alltäglichen Sachen wie Bankgeschäften oder so, zu denen man nicht kommt, wenn man unterwegs ist. Ich war auch beim Steuerberater“, sagt Kristina Barrois, die aktuelle Nummer 72 der Welt. Obwohl: Das große Geld verdient man in diesen Sphären der Weltrangliste noch nicht. In ihrem Heimatort Urexweiler sei für sie vieles sehr normal geblieben. „Klar ist dann schon was los, wenn ich mal wieder zu Hause bin. Aber ich muss beim Bäcker für meine Brötchen immer noch bezahlen, und das ist auch gut so“, meint die gut gelaunte Barrois.

Erst seitdem sie konstant in den Hauptfeldern der WTA-Turniere auftaucht, müsse sie nicht mehr auf jeden Euro achten, da dort beispielsweise die Unterkunft vom Veranstalter übernommen wird. „Die kleinen ITF-Turniere muss man schon fast gewinnen, damit man keine Miesen macht“, beschreibt die 27-Jährige ihren Alltag als Profi. „Ans Geld darf man auf dem Platz aber nicht denken – das hemmt.“ Und selbst wenn man mal ein Turnier gewinnt, bleibt zum Feiern eigentlich nie Zeit. „Meist hat man Zeitdruck, weil man auf dem Weg zum nächsten Turnier ist und hofft sogar, dass die Siegerehrung nicht so lange dauert“, sagt Barrois, die bisher 13 Turniere auf der „kleineren“ ITF-Tour gewinnen konnte. „Aber wenn ich ein WTA-Turnier gewinnen sollte, ist auch mal eine Minibar im Hotel dran“, verspricht sie lachend. Was den Zusammenhalt unter den Profis angeht, wünscht sich die Saarländerin sogar fast auf die Herrentour. Unter den Jungs sei der Zusammenhalt größer, glaubt sie mitbekommen zu haben. „Mädels sind da schon zickiger“, meint sie.

Das sei schon im Training zu sehen: Die meisten Top-Spielerinnen haben eigene Sparringspartner, gemeinsames Training gibt es kaum. Mit der zurückgetretenen ehemaligen Weltranglisten-Ersten Justine Henin hätte Barrois mal gerne traininert, weil sie „auch so ein etwas anderes Tennis gespielt hat, so mit Köpfchen, nicht mit Kraft.“ Mit den deutschen Spielerinnen unternimmt Barrois schon mal etwas, ansonsten ist Konditionstrainer Bernd Franke die wichtigste Bezugsperson. „Er kennt mich in- und auswendig.“ In dieser Woche startet Barrois in Toronto in die Hartplatz-Saison in den USA mit dem Höhepunkt in New York (31. August bis 13. September). Eine beschwerliche Reise für die Saarländerin, die in Flugzeugen nicht schlafen kann. „Im Auto auf der Stelle, aber im Flieger geht gar nichts“, gibt sie grinsend zu.  Sascha Sprenger 
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