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Kronzeuge: Saarbrücker Dealer packt aus

In einen Berufungsprozess hat das Landgericht die Strafe für einen Altenpfleger deutlich herabgesetzt.

In einen Berufungsprozess hat das Landgericht die Strafe für einen Altenpfleger deutlich herabgesetzt.

Saarbrücken. Ein junger Saarbrücker profitierte vor dem Landgericht von der Kronzeugenregel des Strafrechts. Er war als Geldgeber in Drogengeschäfte verwickelt. Es ging um Einfuhr in drei Fällen und Handeltreiben in einem Fall – jeweils kiloweise Marihuana. Er bestritt die Vorwürfe, doch das Amtsgericht Saarbrücken verurteilte ihn dafür zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten.


Mittäter, Auftrag- und Geldgeber genannt

Auf Rat seines Anwalts änderte er seine Strategie. Nach seiner Verurteilung erschien er bei der Polizei, gestand die Tat und nannte Mittäter, Auftrag- und Geldgeber sowie Transportwege und Abnehmer. Damit konnte er die Kronzeugenregel nach altem Recht für sich in Anspruch nehmen. Das bedeutet, er kann sein Wissen auch nachträglich offenbaren und zur Aufklärung und Verhinderung weiterer Straftaten beitragen. Jetzt ist diese Vergünstigung eingeschränkt, ein Angeklagter muss vor Eröffnung des Hauptverfahrens aussagen. Die Tat des Saarbrückers fiel noch unter die ehemalige Regelung. Günstige Prognose

In seinem Berufungsprozess machte er einen günstigen Eindruck auf seine Richter. Bisher führte er ein untadeliges Leben. Als siebenjähriger kam er mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland. Er besuchte die Grund- und Hauptschule, absolvierte eine Ausbildung und leistete ein freiwilliges soziales Jahr. Nach einer Weiterbildung war er als Altenpfleger tätig. Er ist verheiratet und hat ein Kind. Seine Frau saß mit dem Baby auf einer Bank im Gerichtssaal.

Zwei Jahre mit Bewährung 

Die Staatsanwältin war nicht umzustimmen. Es solle bei den fast vier Jahren Gefängnis bleiben. Aber bei der Strafkammer fand er Gehör. Seine Strafe wurde auf zwei Jahre mit Bewährung herabgesetzt. Er muss eine Geldbuße von 2500 Euro an die Landeskasse zahlen und wird einem Bewährungshelfer unterstellt. In der Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende von seinem einwandfreien Werdegang, von einem falschen Freundeskreis und einer günstigen Prognose dank der sozialen Eingebundenheit.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hat es angenommen, die Staatsanwältin ließ offen, ob sie Revision einlegt. jht

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