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Küs kritsiert: Deutsche schieben Auto-Reparaturen zu lange auf

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Losheim. Fehler an Bremsen und der Lenkung, eine falsch eingestellte Beleuchtung sowie eine mangelhafte Radaufhängung sind die am häufigsten festgestellten Mängel an Fahrzeugen von Prüf-Experten der unabhängigen Prüforganisation Küs. Je älter die Fahrzeuge sind, desto häufiger treten diese Mängel auf, betont der Bundesgeschäftsführer der Küs, Peter Schuler. „Die Wartung der Fahrzeuge lässt nach. Das kann man besonders gut an Fahrzeugen ab sieben Jahren Nutzungsdauer erkennen“, erläutert Schuler.

Eine Ursache sei, dass viele Autofahrer aus Kostengründen davor zurückschrecken, Reparaturen rechtzeitig auszuführen. Auch, weil häufig überlegt werde, wo man noch sparen kann, wenn es an die eigenen finanziellen Grenzen geht. Dieses Verhalten sei auffallend oft in bestimmten sozialen Schichten mit wenig Einkommen anzutreffen. Dieses Verhalten dürfe jedoch nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit und der Verkehrsteilnehmer gehen, warnt Schuler.

Ein Weg, die Disziplin der Autobesitzer zu erhöhen, sei die Verschärfung der Prüfrichtlinien durch den Gesetzgeber. Demnach bestehe die Möglichkeit, bisher als gering eingestufte Mängel künftig als schwerwiegende Mängel einzustufen, regt Schuler an. Hier lasse der Gesetzgeber derzeit noch einen Ermessungsspielraum, beispielsweise die zeitliche Nähe zur nächsten Inspektion. Denkbar sei auch eine Verkürzung der Prüfintervalle, was der Küs-Bundesgeschäftsführer jedoch nicht favorisiert. Er setzt eher darauf, dass die Qualität in der unabhängigen Prüfung und die Reparatur des Fahrzeugs in der Werkstatt noch verbessert werden kann. Bisher muss ein Neuwagen erstmals nach drei Jahren zur Prüfung, anschließend in Zwei-Jahres-Intervallen.

Für bedenklich hält die Küs auch den Trend in der Autoindustrie, aus Kostengründen Teile der Produktion oder gar die komplette Fahrzeugherstellung ins Ausland zu verlegen. Es seien an solchen Fahrzeugen verstärkt Prüfmängel festzustellen, bemerkt Schuler, auch beim verwendeten Material. So seien Korrosionsschäden durch Rost inzwischen wieder an der Tagesordnung. Ein Nachteil sei zudem, dass bestimmte Verbesserungsvorschläge der unabhängigen Prüfer in den Chefetagen der Autoindustrie auf Wiederstand stießen. Etwa, bei den Bremsen auf Keramikscheiben zu setzen, die unanfällig gegenüber Korrosion seien - anders als Stahlscheiben.

Die regelmäßig von der Küs erstellten Mängellisten seien den Autoherstellern bekannt. Wer bei winterlichen Witterungsverhältnissen verlässlich unterwegs sein will, solle bei den Reifen auf mindestens 5 Millimeter Profil achten, den Fachhändler nach Markenreifen fragen, den Reifendruck regelmäßig prüfen, ebenso vor Fahrtantritt die Funktion von Beleuchtung und Blinkern. Das Ende der Batterie drohe, wenn sich der Anlasser quält oder die Innenbeleuchtung schwächer wird.

Um Schäden zu vermeiden, sei zudem die regelmäßige Prüfung der Flüsigkeitsstände notwendig, zumal das Motoröl im Winter stärker beansprucht werde. Auch der Frostschutz spiele eine große Rolle. Geplatze Kühler seien wieder häufiger zu beklagen. 2012 hat die Küs bundesweit in 350 Prüfstellen und 10.000 Prüfstützpunkten in Werkstätten 2,6 Millionen Hauptuntersuchungen ausgeführt, eine Steigerung um 3,5 Prozent. Im Saarland fanden 50.000 Prüfungen statt. Rechnet man Abgasuntersuchungen, Sicherheitsprüfungen und weiteres hinzu, erhöht sich die Gesamtzahl auf vier Millionen unabhängige Prüfungen.


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