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Kultur: „Saar-Mosel-Sauer Festival“ soll Touristen ins Dreiländereck locken

Die Römer-Villa in Perl-Borg soll einer der Schauplätze des neuen Festivals sein.

Die Römer-Villa in Perl-Borg soll einer der Schauplätze des neuen Festivals sein.

Merzig/Grevenmacher. Der Prolog geriet fast zu üppig für das Geplante. Mit einer Moseltour auf der noblen „Princesse Marie-Astrid“, dem noch werftfrischen Stolz der Luxemburger Ausflugsflotte, hob man gestern bei Häppchen und Crémant das „Saar-Mosel-Sauer Festival“ (SMS) aus der Taufe. Dabei soll das Tourismus- und Kultur-Projekt eines eben nicht sein: allzu pompös.

Die Grundidee, des mit EU-Mitteln geförderten Projektes zielt darauf, Menschen, die in die und in der Region reisen, mehr zu bieten als bloß Sehenswürdigkeiten, Sport und Schlemmen, erläutert Peter Klein, Geschäftsführer der Dreiländereck-Touristik. Die Merziger GmbH, welche die Tourismusförderung im Kreis Merzig-Wadern verantwortet, koordiniert auch das SMS-Festival. Konzerte und Kulturprojekte sollen nun das touristisch Attraktive an der deutsch-luxemburgischen Grenze (der Landkreis Trier-Saarburg ist auch im Boot) noch schöner scheinen lassen.

Kultur frei Haus

Konkret heißt das: Wer hier auf den Premium-Wegen wandert, in den „Gärten ohne Grenzen“ wandelt, oder in der Villa Borg das Landleben der alten Römer bestaunt, soll dazu Kultur bekommen – oft sogar kostenlos. Dafür will die Dreiländereck Touristik und ihr luxemburgisches Pendant, die „Région Mullerthal“, mit dem SMS-Festival, das eigentlich eine Veranstaltungsreihe ist, bald werben, erklärt Klein – etwa auf Tourismusmessen. Ein wesentlicher Teil des auf drei Jahre bemessenen 1,32 Millionen Euro-Etats fließt daher auch in die Reklame.


Touristischer Mehrwert

Die Hälfte des Budgets kommt aus Mitteln des Interreg IV-A-Fonds der EU zur Regionenförderung, die andere Hälfte müssen die Partner aus eigenen Mitteln stemmen. Nach Auslaufen der Förderung im Mai 2012 soll aber, so Klein, unbedingt eine Kooperationstrukur stehen, die weitermacht. Das Potenzial für Reisende mit Kultur sei da, ist er überzeugt. Allein im Landkreis Merzig-Wadern habe man im Vorjahr 800 000 Übernachtungen gezählt, Tendenz steigend. Denen wolle und müsse man noch mehr bieten. Daniela Schlegel-Friedrich, CDU-Landrätin des Kreises Merzig-Wadern formuliert denn auch die klaren Erwartungen an das Festival: „Wir wollen nicht nur Schönes für uns, es soll auch einen touristischen Mehrwert haben“.

Dazu brauche man, sind die Projektpartner sicher, keine Weltstars wie sie etwa in der Luxemburger Philharmonie gastieren, sondern eher „mittlerere Liga“, meint Klein. So wird etwa das Luxemburger Chor-Institut, eines der SMS-Partner, Konzerte beisteuern, Auftritte des Robert Schuman-Chor der Großregion sollen dazu gehören, aber auch Konzerte der Ensembles der Musikschulen Merzig und Echternach, gleichfalls Partner.

Keine Konkurrenz zu Festivalgrößen in der Region

Klingt ein bisschen so, als nehme man das Vorhandene und arrangiere das binationale Sammelsurium mit EU-Geld neu? Ganz falsch ist das nicht, gibt Klein zu. Entgegnet aber, es gehe ja auch darum, für die Orte die passenden Ensembles zu finden, die dort auch regelmäßig auftreten können. Außerdem ließen sich aus dem EU-Topf gar keine Gagen zahlen. Finanziert werde die Vernetzung über Grenzen hinweg. So sei man auch keine Konkurrenz zu Festivalgrößen in der Region, wie etwa die Musikfestspiele Saar. Mit denen und anderen, so Klein, werde man aber Gespräche führen. Ein paar „Premium“-Termine soll es dennoch geben. Dafür, erläutert Klein, sei etwa das Merziger Kulturzentrum Villa Fuchs dabei

Vieles aber ist noch offen, selbst wenn der Förderzeitraun bereits am 1. Juni 2010 begonnen hat. „2011 bis 2013 werden die Hauptveranstaltungsjahre sein“, verspricht Klein. Ende des Jahres soll ein umfangreicher Veranstaltungskalender erscheinen. Dann wird man besser absehen können, ob SMS kurz oder lang wirkt.

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