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„Kultur Speeddating Saarland“ auf dem Saarbrücker Theaterschiff

Kreativschaffende stellten ihre Arbeiten am Montag (12.05.2014) auf dem Theaterschiff Maria-Helena vor.

Kreativschaffende stellten ihre Arbeiten am Montag (12.05.2014) auf dem Theaterschiff Maria-Helena vor.

„Das ist ganz schön anstrengend“, sagt Diplomdesigner Mark K. Kraemer (34) nach der vierten Runde beim zweiten „Kultur Speeddating Saarland“ (Kuss) und schnauft. Vor ihm auf dem Tisch hat er Visitenkarten und Flyer ausgelegt. Er ist einer von 15 Kreativschaffenden, die auf dem Theaterschiff Maria-Helena am Montagabend ihre Arbeiten rund 90 Jungunternehmern der Wirtschaftsjunioren Saarland und Vertretern der Politik wie Oberbürgermeisterin und Schirmherrin Charlotte Britz oder Herbert Fuchs vom Wirtschaftsministerium vorstellen. Kunst trifft auf Geld, könnte man abkürzen.

Mit Romantik hat das wenig zu tun. „Es geht um Kontakte. Und darum, dass Kreative der Wirtschaft zeigen, was in ihnen, was im Saarland steckt. Im besten Fall springt beim Kultur Speeddating ein Auftrag heraus“, erklärt Galerist Christoph Naumann (33), Mitglied der Wirtschaftsjunioren Saarland und einer der Initiatoren von Kuss. Jeder vierte Erwerbstätige in der Kultur- und Kreativwirtschaft ist selbstständig. In der Ausbildung spielen betriebswirtschaftliche Inhalte eine untergeordnete Rolle: „Die Veranstaltung ist eine Art Training: Hier lernen Kreative, sich zu präsentieren“, beschreibt Naumann die Idee. Eine Glocke beendet die Runden, und die Unternehmer in Sechsergruppen wechseln die Tische.

Vier Minuten hat Kraemer nun Zeit, „sich Menschen vorzustellen, die ich sonst nie kennengelernt hätte“. Seine Gegenüber warten gespannt. Kraemer erzählt, dass er für Musik brennt, dass seine erste Arbeit ein CD-Cover für eine Band war und dass er sich als „Vollblutdesigner“ sieht, der sich nach seinem Diplom an der HBK „direkt in das Wagnis der Selbstständigkeit“ aufmachte. Heute arbeitetet er nicht nur als Designer, sondern hat auch mit Freunden das Modelabel „Erratican“ auf den Weg gebracht. Anstrengend ist Kuss nicht nur für die Kreativen, sondern auch für die Zuhörer aus der Wirtschaft. „Vier Minuten sind sehr schnell vorbei“, so Melanie Hippler, die im Eventmarketing arbeitet: „Es sind so viele unterschiedliche Künstler da, die ganz verschiedene Sachen machen. Da raucht einem schon der Kopf.“ Gegenüber hat Diplom-Ingenieurin Panagiota Kaltsidou (38) ihre Ketten, Broschen, Ohrringe und Ringe aus Espressokapseln ausgelegt: Mit ihrem 2013 gegründeten Label „Schmuckmaedchen“ hat sich die gebürtige Griechin, wie sie erzählt, einen Kindheitstraum erfüllt. Der Recyclingschmuck gebe ihr die Möglichkeit, „ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen“. „Sie trinken aber viel Kaffee“, sagt eine Frau lachend. Mittlerweile, erklärt die Schmuckdesignerin, würde sie von allen Freunden mit leeren Kaffeekapseln beliefert.

„Und was kosten nun die Ringe?“, fragt eine Wirtschaftsjuniorin. „Zwischen 12 und 18 Euro.“ Die Runde quittiert mit einem „Kann-funktionieren-Nicken“. Bei Sebastian Heinz, der seit zwei Jahren als Komponist arbeitet, liegen nur Visitenkarten auf dem Tisch. „Eigentlich“, sagt er in die Runde, „wollte ich meine Musik laufen lassen, aber bei dem Gedränge und der Geräuschkulisse hier, bringt das nichts.“ Trotzdem fesselt er seine Gegenüber mit seiner ungewöhnlichen Berufslaufbahn: Der gelernte Pilot hängte vor zwei Jahren seinen Job an den Nagel, um sich seiner Leidenschaft, der Musik, zu widmen. Er hat eine Radiokampagne und viele Imagefilme für Unternehmen vertont, erzählt er.

Sein großes Ziel aber sei der Film. „Ein guter Film“, sagt er, „berührt die Herzen, aber erst mit guter Musik berührt man auch die Seele.“
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