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Kulturamts-Affäre: Malburg greift OB Lauer an

Martina Malburg, die ehemalige Kulturamtsleiterin von Merzig, hat sich erstmalig öffentlich geäußert.

Martina Malburg, die ehemalige Kulturamtsleiterin von Merzig, hat sich erstmalig öffentlich geäußert.

Was bezweckten Sie mit der „Flugblatt-Aktion“?
Martina Malburg: Da mein Mann und ich beide einem Hausverbot für die Stadthalle unterliegen, war es uns nicht möglich, selbst an der Diskussion teilzunehmen. Wir wollten aber dennoch darauf hinweisen, dass es noch viele komplexe Fragen gibt, die noch nicht geklärt oder nicht beantwortet wurden. Da wir nicht über Medien oder Amtsblätter verfügen, war es die einzige Möglichkeit.

Was ist Ihr Kernanliegen an die Stadtverwaltung und OB Alfons Lauer?
Malburg: Ich wünschte mir ein wenig mehr Fairness im Umgang untereinander. Als Beispiel: das ominöse PWC-Gutachten, das trotz Ankündigungen nicht veröffentlicht wurde. In Rechnung wurde es mir gestellt für zirka 94 000 Euro, obwohl ich es nicht bestellt, gebraucht oder benötigt hätte. Ich kenne es im übrigen bis heute nicht, da ich über kein Exemplar verfüge. Vom OB selbst würde ich mir wünschen, dass er im Hinlick auf seine Mitarbeiter sensibler wird und sein Wunsch nach Profilierung hinter seine Fürsorgeverpflichtung tritt.

Wollten Sie mit der Aktion den Merzigern demonstrieren, dass Sie keine Steuergelder veruntreut haben?
Malburg Ja, das ist für mich sehr wichtig. Für alle Zahlungen der Stadt Merzig sind entsprechende Gegenleistungen erfolgt. Ich habe sogar von meinem privaten Geld viele Tausende Euro verwendet, um offene „Löcher des damaligen Kulturamtes“ zu stopfen.

Sie sprachen in unserem kurzen Gespräch am Montagabend vor der Stadthalle davon, dass Sie Fehler gemacht haben. Welche waren das?
Malburg: Mein Hauptfehler war es, nicht rechtzeitig und aufrichtig zu sagen, dass ein Kulturprogramm dieser Qualität und Größenordnung mit den vorgegebenen Mitteln nicht zu realisieren ist. Hier habe ich Leute enttäuscht und getäuscht, was mir aufrichtig Leid tut.

Sie erwähnten, dass Ihnen die Sache über den Kopf gewachsen ist. Warum?
Malburg: Es waren mit in Spitzenzeiten 70 bis 80 Veranstaltungen pro Jahr einfach zu viel für zwei hauptamtliche Leute. Mit Großveranstaltungen wie Hafenfestival, Oktoberfest, Theaterreihe, Kartenverkauf für uns und für Dritte, Betreuung von Veranstaltungen Dritter, Verwaltung und Vermietung der Stadthalle, Konzeption von neuen, auch überregionalen Veranstaltungen und dann noch Denkmalpflege dabei, von der Fellenbergmühle über B-Werk bis Kapelle Wellingen, und von dem Einwerben von Sponsorengeldern ganz zu schweigen, war es einfach viel zu viel. Hier hat sicherlich das entsprechende Personal gefehlt, aber auch ich habe mich und meine Kräfte überschätzt.

Wer hat Sie dazu getrieben?
Malburg: Die Verwaltungsspitze und die Politik. Alle wollten sich mit dem Blümchen Kultur schmücken. Und das bis zum Geht-nicht-mehr.

Hatten Sie keine Hilfe?
Malburg: Am Anfang hat die entsprechende technische Ausrüstung gefehlt. Die Unterstützung, ob personell oder technisch, kam leider zu spät. Da lag das Kind schon im Brunnen. Da ich, wie bekannt, kein Parteibuch besitze, gab es auch aus der Politik keine Unterstützung für mich.

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