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Kulturmacher Arnold: Nein zur Eventhalle

Saarbrücken. Seine Zürcher Kulturmanagement-Abschluss-Arbeit hat Joachim Arnold (43) über die Nutzung von Industrie- als Kulturhallen geschrieben. Was seine Firma Musik & Theater Saar (Merziger Zeltpalast) nicht vor Miesen bewahrte, als sie sich im Burbacher E-Werk engagierte. Doch „nicht aus Frustration“ und nicht „für Bewerbungszwecke“ melde er sich jetzt zu Wort, sagt Arnold. Sondern weil er sich für die Kulturpolitik nach den Wahlen Korrekturen erhofft. Zufall, dass sich seine Vorschläge weitgehend mit FDP-Positionen decken? Geschäftspartner Ostermann ist Saarbrücker FDP-Kreisvorsitzender.

Haupt-Angriffspunkt ist für Arnold eine CDU-Politik, die „die Landschaft mit Beton vollgießt, ohne dass Bedarf, Finanzierung oder die Betriebskosten berechnet wurden“. Konkret heißt das: Stopp von Stadtmitte am Fluss, denn: „Da wird ein Tunnel für heutige Dreck- und Lärmschleudern gebaut, die es in 20 Jahren nicht mehr geben wird.“ Stopp auch für die Eventhalle in Jägersfreude fern der Stadt: „Das ist die Konzeption von vorgestern nach dem überholten Muster der E-Center auf der grünen Wiese.“ Stopp auch für den Umbau des E-Werks zu einer Konzerthalle: „Selbst die Bamberger Symphoniker teilen sich ihren Saal in einer Mischnutzung mit einem Kongresshaus. Die Saarbrücker Congresshalle funktioniert gut.“

Wie sehen Arnolds Alternativen aus? In Sachen Konzerthaus befürwortet der Musik & Theater Saar-Chef eine gedankliche Schub-Umkehr, obwohl er – wie lange noch? – Mitglied im Förderverein ist. „Wir haben in der Radiophilharmonie das mit Abstand beste Orchester im Umkreis von 250 Kilometern. Unser Schneewittchen ist die Schönste im Land, aber es hat keinen Saal. Dafür stehen in Metz und Luxemburg tolle Häuser. Dorthin müssen wir unser Orchester bringen, nicht für unser Orchester zusätzlich Beton verbauen.“ Für die Eventhalle sieht er nur durch eine Verzahnung mit dem Messe-Standort (Am Schanzenberg) eine Überlebens-Chance. Man müsse dort wieder eine „Leistungsschau des neuen Industrielandes Saar“ etablieren (ökologische Energie-Erzeugung, Elektroautos). „Mit reinen Events ist eine solche Halle nicht auszulasten.“

Für die Verwaltung dieser neu geordneten Veranstaltungs-Infrastruktur hält Arnold die Position eines Impulse setzenden Kulturkoordinators für sinnvoll. Der soll über eine abgestimmte PR-Strategie alle Programme – von Festivals, Staatstheater oder Museen – nach draußen vermitteln. Wobei Arnold kein Generaldiktator Kultur vorschwebt, sondern ein Dienstleister, angebunden an die Staatskanzlei. Wie er überhaupt die von SPD-Chef Heiko Maas verfolgte Idee eines „Chefressorts Kultur“ nach dem Berliner Wowereit-Modell unterstützt. Wichtig sei ein hochkompetenter Unterbau. Wäre er selbst nicht blendend qualifiziert für diesen Job? „Meine beruflichen Perspektiven sind völlig offen“, sagt Arnold. Er sieht, wie man weiß, seine jetzige Aufgabe als Leiter der Abteilung ,,Sales and Development“ am Zürcher Opernhaus nicht als Endstation. Cathrin Elss-Seringhaus 
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